Balsam für die Seele

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 Betreff des Beitrags: Mein Pony und ich
BeitragVerfasst: 16. Mai 2008 12:01 
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Moin zusammen,

ich habe beim Computer aufräumen ein paar alte Texte gefunden, die ich mal als kleines Buch zusammen gestellt hatte. Sie handeln allesamt von meinem Pony Karo und seinen Kumpels, die ihm teilweise in nichts nachstehen. Alle sind wahre Geschichten (ich habe dafür Zeugen *lach*).

Karo ist ein mittlerweile 31 Jahre alter Shetland-Mix, Wallach, schwarz-weiß gefleckt (von bösen Zungen auch schon als 'kuhfarben' bezeichnet). Unter anderem kommen noch seine alte 'Tante' Pascale, ein Island-Wallach namens Leipnir und unser erster Dackel 'Igel' vor.

Teil 1: Gyros mit Pommes
?Nach dem Ausritt noch schnell an der Pommesbude halten und die Pommes auf dem Heimweg zum Stall aufessen?, dachten wir uns und hielten vor dem Imbiß. Ich blieb draußen bei den Pferden und meine Freundin ging rein, um die Bestellung aufzugeben. Als sie wiederkam, staunte ich nicht schlecht, denn sie hatte sich statt Pommes eine Gyros-Pita gegönnt. ?Mein Gott, hat die Hunger?, überlegte ich, während ich versuchte, mit der Pommesschale auf Karos Rücken zu gelangen. Das war gar nicht so einfach, denn nicht nur ich, sondern auch er wollte die Pommes. Während ich also versuchte, an seine linke Seite zu gelangen, um auf seinen Rücken krabbeln zu können, drehte er sich mit gleicher Geschwindigkeit mit, den Kopf immer der Pommesschale in meiner Hand zugewandt. Nachdem wir uns dreimal um die gemeinsame Achse gedreht hatten, blieb Karo mit seinem Hinterteil am Laternenpfahl hängen und ich nutzte die Gunst der Sekunde, um auf seinen Rücken zu gelangen. Inzwischen schuate der halbe Imbiß interessiert unserem merkwürdigen Ballett zu.

Jetzt konnte Karo die Schale natürlich in meiner Hand auf seinem Rücken orten und ging infolgedessen keinen Schritt vorwärts. Aber das war auch nicht nötig, denn es bot sich vor unseren Nasen noch ein weiteres Schauspiel. Pascale hatte bisher nur einen kurzen Seitenblick für die Gyros-Pita meiner Freundin übrig gehabt und sich nicht weiter gerührt. Als meine Freundin nun auf ihren Rücken springen wollte, machte Pascale seelenruhig einen Schritt zur Seite und sie sprang ins Leere. Bei ihrer Bauchlandung flog die Pita erst in das Gesicht meiner Freundin (inklusive Tsatsiki) und dann vor Pascales Füße. Bis meine Freundin sich wieder erhoben hatte, war die Pita komplett in Pascales Maul verschwunden. Wir teilten uns in der Folge die inzwischen fast kalte Pommes und Pascale roch den Rest des Tages intensiv nach Knoblauch.

Teil 2: Der Sack mit Brötchen
Als im Stall umgebaut wurde, mußten wir für kurze Zeit auf unsere Tür zur Futterkammer verzichten. Eine ungute Situation, da das Paddock mit den Ponies direkt vor dieser Tür lag. Also spannten wir vor der Öffnung kreuz und quer Bänder, so daß nicht mal eine Maus durchkommen würde. Dachten wir. Eines Tages kam ich zum Stall und sah einen der großen alten Mehlsäcke, in denen unser Nachbar, der Bäcker, immer die alten Brötchen vorbei brachte, im Paddock liegen. Normalerweise stellte er die Brötchensäcke in die Futterkammer, so auch an diesem Tag. Irgendwie hatte Karo aber durch die Leinen hindurch den Sack geangelt und aus der Kammer heraus ins Paddock gezogen. Natürlich war der riesige, ursprünglich mit Brötchen vollgestopfte Sack inzwischen komplett leer. Ein Blick auf Karos Gesicht zeigte mir, wie ein Pony aussieht, dem hundeelend ist. Er war schon fast grün um die Nase. Mir war sofort klar, dass er schon gestraft genug war. Ihm war offensichtlich so schlecht, daß er die Ohren hängen ließ und sich mit glasigem Blick bestimmt eine Stunde lang nicht mehr von Fleck rührte.

LG
Kola

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Kerkerrudelschwester
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BeitragVerfasst: 16. Mai 2008 13:22 
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Zitat:
Während ich also versuchte, an seine linke Seite zu gelangen, um auf seinen Rücken krabbeln zu können, drehte er sich mit gleicher Geschwindigkeit mit, den Kopf immer der Pommesschale in meiner Hand zugewandt. Nachdem wir uns dreimal um die gemeinsame Achse gedreht hatten, blieb Karo mit seinem Hinterteil am Laternenpfahl hängen und ich nutzte die Gunst der Sekunde, um auf seinen Rücken zu gelangen. Inzwischen schuate der halbe Imbiß interessiert unserem merkwürdigen Ballett zu.

*gröhl*
Das kann ich mir so richtig bildlich vorstellen. So, wie Karo gestern gedrängelt hat, um an den Löwenzahn zu kommen, schätze ich, er schiebt noch vehementer, wenns um andere leckere Sachen geht... :mrgreen:

Zitat:
Wir teilten uns in der Folge die inzwischen fast kalte Pommes und Pascale roch den Rest des Tages intensiv nach Knoblauch.
*gacker* Ein Pony, das nach Knobi stinkt... :lool:

Die Sache mit den Brötchen kann ich mir auch gut vorstellen. Merlin, war Karo früer eine Rabauke... :mrgreen:

/hugs
Lyth

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"I can't go back. But I can appreciate what I have right now. And I can define myself by what I am, instead of what I'm not."
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BeitragVerfasst: 16. Mai 2008 13:57 
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Moin Kola. :knuddel:

Zitat:
Das war gar nicht so einfach, denn nicht nur ich, sondern auch er wollte die Pommes.


und

Zitat:
Bis meine Freundin sich wieder erhoben hatte, war die Pita komplett in Pascales Maul verschwunden.

Da hab ich unschuldiges Gemüt mir doch immer eingebildet, Pferde würden nur Grünzeug fressen. :ditsch:

Zitat:
Pascale roch den Rest des Tages intensiv nach Knoblauch.

*gröööööhl*

Zitat:
Ein Blick auf Karos Gesicht zeigte mir, wie ein Pony aussieht, dem hundeelend ist. Er war schon fast grün um die Nase.

Der arme Kerl hat sich in seiner Gier selbst gestraft. *ggg*

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BeitragVerfasst: 19. Mai 2008 01:17 
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*looool* Wie cool ... *lachtränenausdenaugenwisch* Was für geniale Geschichten Kola! Ich hoffe, es gibt noch mehr davon! Ja - Tiere im Futterwahn sind echt zum Totlachen. Ich war ja früher immer mit den Riesenschnauzern unserer Nachbarn unterwegs - der eine davon war praktisch "mein" Hund, weil ich immer mit ihm spazierenging - ihr Name war Aika, ihre Mutter - total verfressen und fett - war Gisa, die gehörte der Gisela und dann gab es noch ihren Bruder, den Astor - der gehörte Peter, dem Mann von Gisela.
Aika war zwar die Kleinste von den Dreien, aber die Gerissenste.
Ruths haben damals immer vom örtlichen Metzger Innereien geliefert bekommen für die Hunde (Pansen und so leckere Sachen) - die haben sie in einer großen Plastiktonne gelagert, deren Hartgummideckel sehr fest saß und sogar noch durch einen Metallreifen gesichert war, den man aufklipsen konnte.
Es ist bis heute nicht klar, wie Aika das geschafft hat, aber sie hat die Tür zu der Kammer aufgebracht, den Metallring aufbekommen, den Deckel runter - und Gisa hat daraufhin die halbe Tonne leergefressen. Die war aufgedunsen wie ein Fesselballon - und hatte auch so einen leicht grünen Schimmer um die Schnauze. Ich glaube, man hat sie dann drei Tage lang hungern lassen - die hätte nicht mal mehr nen Frolic reinbekommen... *lach*
Aika war gar nicht so auf Futter - der konnte man Fleisch direkt aus der Schnauze wieder rausnehmen (was ich bei Gisa nicht mal zu versuchen gewagt hätte) - ich glaube, der ging es nur nebensächlich um das Futter in der Tonne - sie hat es eher aus sportlichem Ehrgeiz gemacht... *giggel*
War schon ein toller Hund - ich vermisse sie richtig. Von ihr gibt es auch total viele lustige Geschichten... (In Erinnerungen schwelg)

Liebe Grüße von Eurer Mara

_________________
Die deutsche Sprache ist Freeware nicht Open Source. D.h. du darfst sie benutzen, aber nicht verändern!
_________________________________________________________________________________________________

Some things in life are bad
They can really make you mad
Other things just make you swear and curse.
When you're chewing on life's gristle
Don't grumble, give a whistle
And this'll help things turn out for the best...
And...always look on the bright side of life...
Always look on the light side of life...
(Text Monty Python)


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