Balsam für die Seele

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 Betreff des Beitrags: [HP] Von wessen Hand?
BeitragVerfasst: 21. Nov 2007 23:02 
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Titel: Von wessen Hand?

Autor: Lythanda

Genre: Drama/Slash

Altersbeschränkung: keine

Kapitel: Oneshot

Hauptcharakter: Albus Dumbledore

Pairings: Albus Dumbledore/Gellard Grindelwald







Von wessen Hand?




Langsam ging der alte Mann über den Friedhof, seine Schultern gebeugt, als trüge der die Last einer ganzen Welt auf ihnen. Er wirkte müde, während er zwischen den Grabreihen hindurch wanderte, bis er schließlich einen großen Stein erreichte.

Kendra Dumbledore

und ihre Tochter Ariana


Er sank auf die Knie. Langsam, fast zögerlich streckte er eine Hand aus, bis seine Fingerspitzen die verwitterten Buchstaben berührten. Sanft, fast zärtlich strichen sie über die untere Zeile. Langsam füllten sich seine blauen Augen mit Tränen.
?Ariana.?
Das Wort kam beinahe unhörbar über seine Lippen.
Er senkte den Kopf und sein Blick fiel auf seine andere Hand, die schwarz und leblos an seiner Seite hing.

Albus Dumbledore seufzte.
So nah.
Er hatte immer gewusst, dass er nicht unsterblich war, doch so nah war der Tod noch nie gewesen.
Es hatte Situationen in seinem Leben gegeben, in denen er dem Tod ins Auge geblickt hatte, in denen er geglaubt hatte, sterben zu müssen. Aber es hatte immer Möglichkeiten gegeben, immer die Chance, heil aus der Situation heraus zu kommen. Durch List, oder durch einen Plan, oder durch überlegene Kampfkunst.
Der Tod war immer nur eine Option gewesen, niemals eine Unabwendbarkeit.
Nun waren ihm die Optionen ausgegangen, es gab keinen Plan mehr und keine Kampftechnik der Welt konnte ihn noch retten.

Ein Jahr vielleicht, hatte Severus Snape gesagt und die Zeit rann unaufhaltsam davon.
Und dennoch war er hier.
Es war, als ziehe ihn die Vergangenheit magisch an, als brauche er den Blick auf das, was war, um sich dem stellen zu können, was sein würde.

Wieder strichen seine Finger über den Namen seiner Schwester.
Schuld.
War es seine Schuld gewesen? Seine Verblendung, sein Wunsch, etwas zu sehen, das nur in seinen Träumen da war?
Die Dinge heute zu beurteilen war so viel leichter, aber auch so viel schmerzvoller. Hätte er denn damals überhaupt eine Chance gehabt, das zu sehen, was er nun begreifen konnte?

Seine Gedanken wanderten in der Vergangenheit, während eine Träne unbemerkt über seine Wange rollte.
Er war jung gewesen, voller Pläne und Hoffnungen, als der Tod seiner Mutter ihn das erste Mal auf den Boden zurückgeholt hatte.
Plötzlich sollte er Verantwortung tragen und für seine Geschwister sorgen und es war eine Mischung aus Ungeduld und dem Gefühl, betrogen worden zu sein, die ihn erfüllte.
Warum war das Leben so ungerecht? Warum hatte das Schicksal sich ausgerechnet den brillantesten Zauberer seiner Generation ausgesucht, um ihm Ketten anzulegen und seine Flügel zu stutzen?
Vielleicht hatte das Leben ihn damals Demut lehren wollen, aber er wusste nun, dass er damals für diese Lektion nicht bereit gewesen war.
Mit seinem Schicksal und der Ungerechtigkeit der Welt hadernd, hatte er versucht, einen Ausweg zu finden, anstatt das, was ihm gegeben war, einfach anzunehmen.

Und dann war er aufgetaucht.
Gellard Grindelwald.
Er war aufgetaucht und hatte den jungen Albus verblüfft.
Das Leben war bisher eine Ansammlung von Lobeshymnen, Auszeichnungen und Anerkennungen gewesen, doch nun war da jemand, der ihn wirklich forderte. Jemand, der auf den ersten Blick die Gedanken und Theorien des brillanten Hogwartsschülers verstand, analysierte und zerlegte. Der ihm Denkfehler aufzeigte und Lücken in seinen Theorien aufdeckte.
Und der selber aufregende neue Gedanken beisteuerte, die er Albus vertrauensvoll zur Analyse vorlegte.
Jemand, der seinen Intellekt genauso forderte, wie er sich von ihm herausfordern ließ.
Ein Ebenbürtiger, etwas, dass Albus bis dahin nicht gekannt hatte.
Aufregung hatte ihn erfüllt, Neugier und Begeisterung.
Und Furcht. Furcht, etwas Falsches zu sagen oder zu tun, das dazu führen konnte, diesen einzigartigen Freund wieder zu verlieren.

Dumbledore seufzte wieder.
Wie blind konnte ein Mensch sein? Wie verzerrt konnte die Sicht auf einen Anderen werden? Wieviel war man bereit, zu ignorieren, nur um sich nicht eingestehen zu müssen, was jeder andere bereits klar sehen konnte?

Und dann war da noch ein Gefühl gewesen. Zart keimte es in ihm auf, versteckt und furchtsam, als wisse es, dass es nicht erlaubt war.
Albus brauchte lange, um sich einzugestehen, was es bedeutete, dass sein Herz zu rasen begann, sein Magen in Aufruhr geriet und seine Hände feucht wurden, sobald Gellard mit ihm sprach, ja sogar, wenn dieser nur den Raum betrat.
Stärker und stärker wurde dieses Gefühl und Albus begann es mehr und mehr zu genießen. Er sagte seinem Freund nichts, ließ ihn nicht spüren, was er empfand, doch er selber war erfüllt von Glück. Natürlich war es unmöglich, irgendjemandem davon zu erzählen, oder gar es öffentlich zu bekennen, aber das brauchte er nicht. Es reichte ihm, dieses Glück zu empfinden, einfach nur zu sehen, wie dieser Mann, den er liebte, bei ihm war.
Ihn zu beobachten, seine Bewegungen, sein Lachen, das Zwinkern seiner Augen, wenn er in verschwörerischem Ton von ihren Plänen sprach.
Oh, diese Pläne. Wieviel früher hätte er sehen können, was Grindelwald wirklich wollte, was er wirklich war, wenn er nicht viel mehr darauf bedacht gewesen wäre, ihm zuzuhören, wie er von der Zukunft redete, wenn er nicht zu sehr damit beschäftigt gewesen wäre, dem Freund zu gefallen.
Denn selbst, wenn er jetzt nicht offenbaren konnte, was er fühlte, vielleicht würde sich das ändern, wenn sie ihre Ziele erreicht hatten und die Welt verändert war.
Albus war nicht fähig, diese Hoffung aufzugeben, er klammerte sich an sie, als wäre sie alles, was zählte.
Eines Tages, wenn alle ihre Pläne aufgegangen waren, wenn sie erreicht hatten, was ihnen als perfekte Weltordnung vorschwebte, dann würde er es wagen können. Dann würde er seine Liebe offenbaren können und er war sicher, sie würde mit der gleichen Hingabe erwidert, die er in sich fühlte.

Ein Gefühl von Zärtlichkeit und Wärme durchflutete ihn. Noch immer war er nicht frei davon, obwohl so viele grauenhafte Dinge seither geschehen waren. Aber Liebe ließ sich nicht beeinflussen von den Dingen, die aus ihr resultierten.
Menschen glaubten, die Liebe wäre eine starke Macht, die jemanden dazu bringen konnte, unvorstellbare Kraft aufzubringen.
Aber kaum jemand verstand, dass Liebe auch unglaublich grausame Taten hervorbringen konnte. Dass sie jemanden dazu bringen konnte, nur die Dinge zu sehen, die er sehen wollte und das, was offensichtlich war, zu ignorieren.

Er war ein Meister des Ignorierens geworden, hatte nur gesehen, was ihn weiterbringen würde. Hohe Ziele, strahlender Ruhm, allumfassende Macht und Bücher, die nur von ihm und Gellard handeln würden und jeden ihrer genialen Gedanken und Schachzüge loben und preisen würden.
Die Zukunft hatte golden am Horizont geschimmert, darauf wartend, dass die Mutigen zugriffen.

Was waren da die Worte seines einfältigen Bruders gewesen? Kaum mehr als ein Ärgernis und es war leicht gewesen, auch sie zu ignorieren.
Aberforth hatte immer Recht gehabt mit dem, was er über Grindelwald gesagt hatte. Aber auch mit dem, was er über seinen Bruder gesagt hatte.
Doch er war niemals in der Lage gewesen, seine Gedanken so zu formulieren, dass sein brillanter Bruder willens gewesen wäre, ihm zuzuhören.
Da lag die Tragik ihrer Beziehung.
Er hatte Aberforth niemals ernst genommen, ihm niemals zugetraut, die Dinge im richtigen Licht zu sehen und doch war jener es gewesen, der die Dinge erkannt hatte, wie sie wirklich waren.
Viel eher als er selber, der erst angefangen hatte, zu begreifen, als es zu spät war.

Wieder strich er mit seiner unversehrten Hand über den Namenszug seiner Schwester.
?Oh, Ariana. Wäre ich nur früher aus der betäubenden Umklammerung meiner Gefühle erwacht.?
Noch immer sprach Albus leise, ein leichter Wind schien die Worte von seinen Lippen forttragen zu wollen.
Er konnte den Blick nicht von den Buchstaben wenden.
Seine Schuld.
Liebe hatte ihn blind gemacht für den Wahnsinn, der hinter Gellard Grindelwald schönen Augen tobte. Blind für die Machtgier und die Grausamkeit, die sein Wesen beherrschte.
Und so war es seine Schuld, dass es zu dem fatalen Streit gekommen war, weil er nicht viel früher diese unheilvolle Verbindung beendet hatte.
Die Erinnerung an den schrecklichen Kampf ließ den Körper des alten Zauberers erschaudern.
Es war nicht nur der Gedanke, dass seine Schwester entweder von seiner Hand oder der Grindelwalds gestorben war, der ihn so sehr quälte. Lange Zeit hatte er sich das eingeredet, dass es das schlimmste Vorstellbare war, dass sie durch den Zauber ihres Bruders starb. Lange Zeit hatte er sich gefragt, von wessen Hand sie gestorben war, als hätte diese Frage irgendeine Bedeutung.
Doch eines Tages hatte er begriffen, dass ihn der andere Gedanke viel mehr graute.
Dieser Gedanke, den er viele Jahre tief in seinem Herzen versteckt hatte, weil der Schmerz, den er auslöste, mehr war, als er zu ertragen können glaubte.
Dieser Gedanke, dass seine Schwester, die er hätte lieben müssen, von dem Mann getötet worden war, den er mehr geliebt hatte, als er es sich eingestanden hatte.
Wie konnte man jemanden lieben, der zum Mörder der Schwester wurde? Wie konnte man die Gleichgültigkeit im Herzen einer Person übersehen?
Grindelwald hatte es nicht gekümmert, was mit Ariana geschehen war, sie war für ihn nur ein Opfer auf seinem Weg zum höheren Ziel.
Aber Albus hatte es das Herz gebrochen.
Und er hatte verstanden, dass es keinen Unterschied machte, von wessen Hand sie gestorben war, denn für beide Fälle trug er die Verantwortung.

Tränen liefen langsam über seine Wangen und versickerten in seinem langen Bart.
Niemand wusste, was er im Spiegel Nerhegeb sah.
Nicht seine Schwester, wie sie lebte.
Nicht seine Familie lebend und glücklich vereint.
Er sah immer nur sich selbst, wie er Gellard Grindelwald fortschickte, ihn aus seinem Leben verbannte, bevor die Gefühle ihn unfähig machten, die Wahrheit zu erkennen.

Langsam, wie unter den Schmerzen eines von Alter und Krankheit geplagten Körpers, erhob sich der alte Mann und warf einen letzten Blick auf den Grabstein.
?Bald, Ariana??, sagte er leise, dann ging er davon.


Ende

_________________
"I can't go back. But I can appreciate what I have right now. And I can define myself by what I am, instead of what I'm not."
"And what are you?"
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Dr. Stephen Franklin, Babylon 5


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BeitragVerfasst: 22. Nov 2007 10:33 
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Liebste Lyth, :knuddeln:

du hast es geschafft.

Trotz all deiner Bedenken hast du eine glaubwürdige und auch nicht zu finstere Story über Albus Dumbledore geschrieben, die verständlich macht, was er empfunden hat und wieso er in seiner Jugend so gehandelt hat, wie er es tat.

Zitat:
Vielleicht hatte das Leben ihn damals Demut lehren wollen, aber er wusste nun, dass er damals für diese Lektion nicht bereit gewesen war.

Welcher Jugendliche ist schon bereit für Demut?
Viele jungen Leute glauben doch, ihnen gehört die Welt, sie stehe ihnen offen und sie wären der Mittelpunkt des Universums. Vor allem, wenn sie begabt sind und dadurch voller Pläne und Hoffnungen.
Erst später lehrt das Leben sie, dass es nicht so ist, das sich nicht alles umsetzen lässt, was man sich erträumt hat. Und das ist oft eine harte Lektion.

Zitat:
Ein Ebenbürtiger, etwas, dass Albus bis dahin nicht gekannt hatte.

Auch das hat auf jemanden, der so herausragte wie Albus, eine magische Anziehungskraft.
Mit wem sollte er auch über seine Pläne, seine Ideen reden?
Ausserhalb der Schule war da wohl kaum jemand. Irgendwie kann ich schon verstehen, dass er da abgehoben ist.
Und Grindelwald muss ihm vorgekommen sein wie Wasser für seinen dürstenden Verstand.

Zitat:
Wie blind konnte ein Mensch sein? Wie verzerrt konnte die Sicht auf einen Anderen werden? Wieviel war man bereit, zu ignorieren, nur um sich nicht eingestehen zu müssen, was jeder andere bereits klar sehen konnte?

Leider verdrängt der Mensch nur zu gern alle Unannehmlichkeiten, um das Angenehme genießen zu können.
Und so wollte Albus nicht sehen, dass Grindelwald eben mehr war als ein ebenso brillanter Zauberer, dass er böse war.

Zitat:
Aber kaum jemand verstand, dass Liebe auch unglaublich grausame Taten hervorbringen konnte. Dass sie jemanden dazu bringen konnte, nur die Dinge zu sehen, die er sehen wollte und das, was offensichtlich war, zu ignorieren.

Liebe macht blind. Dieses Sprichwort gibt es nicht ohne Grund. *seufz*
Warum sonst verschließen viele Menschen die Augen vor den Gräueln in ihren eigenen Familien?

Zitat:
Er hatte Aberforth niemals ernst genommen, ihm niemals zugetraut, die Dinge im richtigen Licht zu sehen und doch war jener es gewesen, der die Dinge erkannt hatte, wie sie wirklich waren.

Es ist das instinktive Wissen, das Aberforth hier zeigt.
Aber desto höher der Verstand, desto weniger werden Instinkte zugelassen, denk ich mir.

Zitat:
Und er hatte verstanden, dass es keinen Unterschied machte, von wessen Hand sie gestorben war, denn für beide Fälle trug er die Verantwortung.

Was für eine Schuld. *seufz*

Zitat:
Er sah immer nur sich selbst, wie er Gellard Grindelwald fortschickte, ihn aus seinem Leben verbannte, bevor die Gefühle ihn unfähig machten, die Wahrheit zu erkennen.

Das ist eindeutig die beste Erklärung, die ich bis jetzt gelesen habe. :respekt:

Liebe Lyth, deine Kurzgeschichte ist einfach klasse, wie ich es ja von dir gewohnt bin. Und du schaffst es, in mir Verständnis zu wecken für AD und sein Verhalten.
Ich freue mich immer wieder, etwas Neues von dir zu lesen.

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BeitragVerfasst: 24. Nov 2007 16:22 
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Hey liebe Lyth! *knuddel*

Ich sehe, Band 7 hat dich inspiriert.^^
Und ich bin froh darüber, denn was mir in Band 7 gefehlt hat, hast du jetzt nachgeliefert.
Was man über Dumbledore erfährt in "Deathly Hallows", war für mich doch ziemlich überraschend und nicht wirklich nachvollziehbar- ich konnte mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen und erklären, wie Dumbledore, wenngleich er auch jung war, Grindwlwalds offensichtlich böse Absichten ignorieren konnte...

Deine Geschichte liefert eine tolle Erklärung!
Außerdem ist es ein Genuss dein Werk zu Lesen. Es ist toll geschrieben und ich bedauere, dass es nur ein Oneshot ist.
Jedenfalls superspitzenklasse!!! :respekt: :respekt: :respekt: :respekt:

LG deine Goosy

_________________
Stolzes Rudelmitglied
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BeitragVerfasst: 2. Dez 2007 17:57 
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Vielen lieben Dank für eure Reviews und euer tolles Lob! :knuff:
Ich bin ganz hin und weg darüber und dass es euch so gefallen hat.

@Mine:
Zitat:
Trotz all deiner Bedenken hast du eine glaubwürdige und auch nicht zu finstere Story über Albus Dumbledore geschrieben,

Ja, das war wohl das Schwierigste. Über einen Charakter, den man im Grunde nicht mag - und je mehr ich über ihn nachdenke, desto weniger mag ich ihn - eine Geschichte zu schreiben, die ihn nicht schlecht macht, sondern versucht, ihn zu verstehen. *seufz*
Aber ich habs geschafft, Peter Pettigrew nicht allzu mies aussehen zu lassen, da sollte es bei Albus auch irgendwie gehen, dachte ich mir.
Wie auch immer, das komische ist, dass er mir kein bischen sympatischer geworden ist durch die Geschichte. Ich mag ihn nach wie vor nicht, um es mal milde auszudrücken.

Zitat:
Ausserhalb der Schule war da wohl kaum jemand. Irgendwie kann ich schon verstehen, dass er da abgehoben ist.
Und Grindelwald muss ihm vorgekommen sein wie Wasser für seinen dürstenden Verstand.

Ja, so erschien es mir, als er seine Beweggründe mit Harry am Bahnhof besprochen hat.

Zitat:
Es ist das instinktive Wissen, das Aberforth hier zeigt.
Aber desto höher der Verstand, desto weniger werden Instinkte zugelassen, denk ich mir.

ich hab es eher als die Arroganz des geistig Überlegenen gesehen. Jemand wie Albus gibt niemals zu, dass ihm jemand wie Aberforth in irgendeinem Punkt überlegen sein könnte.
Und natürlich die Ignoranz des Liebenden, der niemandem ein Wort glaubt, der gegen den geliebten Menschen redet.

Zitat:
Das ist eindeutig die beste Erklärung, die ich bis jetzt gelesen habe.

*tief verneig*
Vielen Dank! *strahl*


@Goosy:
Vielen Dank auch dir ür dein Lob. Ich bin ja bis über beide Ohren rot geworden *freu* :jubel:

Zitat:
Ich sehe, Band 7 hat dich inspiriert.^^
Und ich bin froh darüber, denn was mir in Band 7 gefehlt hat, hast du jetzt nachgeliefert.

*schmunzel*
Ja, Band 7 hat mich - was Dumbledore anging - zunächst mal maßlos geärgert. Und dann kam Ms Rowlings Outing des Charakters in der einen Fragestunde und dann fing mein Kopf an, etwas daraus zu spinnen... :lool:

Zitat:
ich konnte mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen und erklären, wie Dumbledore, wenngleich er auch jung war, Grindwlwalds offensichtlich böse Absichten ignorieren konnte...

Ich habs zunächst auf jugendliche Arroganz und Machthunger geschoben. Trotzdem war das noch etwas unbefriedigend, insbesondere, weil das Dumbledore wirklich zu eine bösen Person gemacht hat.
Ein bischen Irrglaube sei ja jedem gestattet, aber Rechtfertigungen für Morde, Unterdrückung und Rassentrennung zu finden, ist dann schon recht drastisch, finde ich. Und genau das hat er ja in dem Gespräch mit Harry getan.
Er hat es zwar bedauert, aber dennoch sehr deutlich zugegeben.

Es freut mich wirklich sehr, dass die Geschichte dir so gut gefallen hat.

/hugs
Lyth

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BeitragVerfasst: 18. Dez 2007 01:47 
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Meine liebste, meine einzigartige Lyth! :knuff: :jubel: :tanz:

Eine Dumbledore-FF aus deiner Feder... wer hätte das gedacht... :wink: Aber ich zweifele nicht daran, dass diese Geschichte wie alle deiner Geschichten etwas Besonderes ist.

Vollkommen fasziniert bin ich in den ersten Absatz deiner Geschichte eingetaucht. Augenblicklich und dennoch sanft und leise begleitest du mich in die Geschichte hinein. Du zauberst eine wunderschöne tragische und berührende Stimmung... das ist so toll!

Fast liest sie sich wie ein Gedicht dank deiner fesselnden Schreibweise...

Besonders schön fand ich seine Beschreibung, wie er in der ersten Zeit bemerkt, dass er sich verliebt hat.

Aber nach dem folgenden Satz habe ich wirklich schwer schlucken müssen:
Zitat:
Dieser Gedanke, dass seine Schwester, die er hätte lieben müssen, von dem Mann getötet worden war, den er mehr geliebt hatte, als er es sich eingestanden hatte.


Diese Tragik ist doch einfach furchtbar... *schluchz* Welch bitteres Schicksal...

Zitat:
Er sah immer nur sich selbst, wie er Gellard Grindelwald fortschickte, ihn aus seinem Leben verbannte, bevor die Gefühle ihn unfähig machten, die Wahrheit zu erkennen.


Wow... ich hab so ne Gänsehaut...

Eine wunderbare Kurzgeschichte, und ich hab es ja geahnt... Du hast es geschafft, mich absolut in diese so lange zurückliegende, aber dennoch so schmerzhafte Erinnerung hineinzuversetzen.

Liebste Grüße deine Lil

_________________
Zwischen allen Zeiten, zwischen Welten schlägt mein Herz...


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BeitragVerfasst: 19. Dez 2007 19:21 
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Vielen Dank für dein Review, Lil :knuff: :angeln:

Zitat:
Eine Dumbledore-FF aus deiner Feder... wer hätte das gedacht...

Ich auf jeden Fall nicht *lach*

Zitat:
Besonders schön fand ich seine Beschreibung, wie er in der ersten Zeit bemerkt, dass er sich verliebt hat.

Das muss gerade in der Zeit noch unendlich viel schwieriger gewesen sein, als es heute ist. *seufz*

Zitat:
Diese Tragik ist doch einfach furchtbar... *schluchz* Welch bitteres Schicksal...

Genau den Gedanken hatte ich auch, als ich von Ms Rowlings Outing des Schulleiters hörte.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass darin noch so viel mehr Tragik liegt, als in der simpleren Annahme, Albus wäre einfach nur von den Ideen eines brillanten Freundes mitgerissen worden und hätte dann die erschreckende Konsequenz aus dessen Idealen erkannt.

Ich freue mich wirklich, dass es mir gelungen ist, dich in diese Erinnerung hineinzuziehen und sie plausibel zu machen.
Wie ja hinlänglich bekannt ist, bin ich eine bekennende Dumbledoreverabscheuerin, um so mehr freue ich mich, dass es mir gelungen zu sein scheint, meine Abneigung zeitweilig in einen mentalen/emotionalen Schrank zu sperren und mich in den Mann hineinzuversetzen.

/hugs
Lyth

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BeitragVerfasst: 30. Mär 2008 04:50 
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Wow, das war wirklich gut!
Ich werde nicht die gesamte Geschichte zitieren, um meine Lieblingsstellen zu dokumentieren.

Daß Dumbledore schwul ist, hat JKR ja in dem Interview (ist ja nun auch schon eine Weile her, hab' ich hier jetzt einen uralt-Thread ausgegraben?) ja gesagt...wobei ich immer geglaubt habe, sie sagte das für die FF-Schreiber (-Spieler, -Denker). Aber es ist nett, daß sie diese Möglichkeit angedacht hat, vor allem für die FF-Autoren. Dadurch gibt es eine Menge neue Szenen (missing scenes). Dies ist eine der besten, die ich bisher für HP7 gelesen habe.

Thank you for sharing...

Jarlinde

_________________
Prognoses gone wrong:

"I think there is a world market for about five computers."
-Thomas J. Watson Sr., Chairman of the Board at IBM, 1943

Who the hell wants to hear actors talk?
- Harry M. Warner, Warner Brothers, 1927 -


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