Balsam für die Seele

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 Betreff des Beitrags: [HP - Snape] Seine Nemesis (10)
BeitragVerfasst: 16. Aug 2008 20:29 
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Titel: Seine Nemesis
Autor: Lythanda
Altersbeschränkung: ab 16
Zeitliche Einordnung: nach Band 6 und zeitweilig in der Vergangenheit
Klappentext: Manche Menschen trifft man immer wieder, ob man will oder nicht. Manche Menschen kommen einfach nicht voneinander los.
Besonders geeignet für Fans von: Severus Snape und seiner Vergangenheit und Zukunft
Disclaimer: Die Figuren und das Universum der Zaubererwelt von JKR bleiben ihr geistiges Eigentum, alles, was aus dieser Welt nicht bekannt ist, ist meinem Geist entsprungen.




Seine Nemesis




Erstes Kapitel

?in dem ein unerwarteter Besuch erscheint


Wie ein Blitz fuhr der Schmerz in seinen Schädel und Severus Snape stöhnte gequält auf. Seit jenem Tag auf dem Turm von Hogwarts peinigten ihn immer wieder rasende Kopfschmerzen. Er wollte sich nicht überlegen, wo ihre Ursache liegen könnte, er wollte überhaupt nicht an diesen verfluchten Tag denken.
Und kaum hatte er das gedacht, schoben sich wieder die Bilder vor sein geistiges Auge.
Der grüne Blitz, der Dumbledore, den alten Narren vom Turm geschleudert hatte.
Das triumphierende Lachen Greybacks und sein vor ekelhafter Freude verzerrtes Gesicht.
Seine Flucht, um Draco in Sicherheit zu bringen.
Und dann Potter.
Einmal mehr Potter, der sich einmischen musste, unerträglich selbstgerecht, wie es schon sein Vater gewesen war.
Potter hatte ihn aufgehalten, hatte ihn beschimpft und trotz Allem hatte der Lehrer in ihm gesiegt und er hatte dem verdammten Balg noch Ratschläge mit auf den Weg gegeben.
Und wofür das Alles? Zur Weißglut getrieben hatte er sich fast vergessen und nur der Hippogreif hatte verhindert, dass er den Jungen schwer verletzten konnte.
Segen und Fluch zugleich, denn die Verletzungen, die ihm das Tier beigebracht hatte, waren tief und verheilten nur schlecht.
Und er hatte Draco verloren, der kopflos geflohen war.
Nun saß er hier in Spinners End und verfluchte den Tag wieder und wieder.
Seine dezenten Nachforschungen über den Verbleib des jungen Malfoy waren bisher ohne Erfolg geblieben, allerdings musste er sich auch sehr bedeckt halten, denn er war nun der meistgesuchte Mann der Zaubererwelt.

Stöhnend schleppte er sich in sein Arbeitszimmer und suchte im Tränkeschrank nach einem bestimmten Elixier. Er fand die Phiole und nahm einen großen Schluck.
Ekel schüttelte ihn, aber er spürte erleichtert, wie sich das Stechen hinter seiner Stirn fast augenblicklich zu einem leichten Pochen milderte.
Er verkorkte die Phiole sorgfältig und nahm sich vor, den Vorrat dieses Trankes beizeiten aufzufüllen.

Langsam ging er in sein Wohnzimmer, um in Ruhe abzuwarten, bis die Schmerzen vollständig abgeklungen waren.
Kaum saß er auf dem alten Ledersofa, als ein lautes Klopfen an der Tür ihn aufschrecken ließ.
Er wartete einen Moment, bis ihm klar wurde, dass Wurmschwanz ja fort gegangen war und er nun selber nachsehen musste, wer etwas von ihm wollte.

Unwillig ging er zur Tür, zögerte kurz, öffnete sie dann aber doch.
Vor ihm stand eine Frau, deren sandfarbenes, schulterlanges Haar ihr halb ins Gesicht hing. Sie war kleiner als er, schmal und wirkte abgerissen. Ihre Kleidung war sauber, aber schäbig und sie sah nicht so aus, als lege sie besonderen Wert auf ihr Äußeres.
Sein Blick blieb auf der schlohweißen Haarsträhne hängen, sie seltsam fehl am Platz wirkte.
Ihr Gesicht war ebenmäßig und hätte schön sein können, wenn es nicht so hart gewesen wäre. Ihre Augen waren kalt, als sie ihn musterte.
?Du siehst schrecklich aus, Snape?, sagte sie mit einem Hauch gehässigen Triumphs in der Stimme.
Die Stimme.
Jetzt erkannte er sie.
?Was willst Du, Kasparian??
?Ich freue mich auch, Dich zu sehen, Snape?, erwiderte sie mit einem spöttischen Zug um die Mundwinkel.
Er neigte leicht den Kopf, wartete immer noch auf eine Antwort auf seine Frage.
Sie seufzte und mit deutlich hörbarer Müdigkeit sagte sie: ?Ich brauche eine Unterkunft. Ich kann im Moment nirgendwo hin und da fiel mir dieser Ort ein.?
Er hob die Augenbrauen.
?Woher??
?Du hast mich mal hierher eingeladen. Es mag ja sein, dass Du Dich weigerst, Dich an bestimmte Dinge zu erinnern, Snape, aber das ändert nichts an den Tatsachen, auch wenn Du es noch so sehr hasst, nicht alles kontrollieren zu können.?
Er schwieg, ihre Worte trafen einen schmerzhaften Punkt.
?Also was ist, Snape. Lässt Du mich rein, oder soll ich hier draußen stehen und Aufmerksamkeit erregen?? Spott klang in ihren Worten mit.
Er zögerte kurz, dann trat er zur Seite. Sie ging an ihm vorbei ins Haus, sah sich kurz um und rümpfte die Nase. ?Hat sich nicht verändert hier.?
?Wenn es Dir nicht gefällt, kannst Du gerne wieder gehen.? Er öffnete die Tür erneut, die er gerade hatte schließen wollen.
Sie schnaubte, erwiderte aber nichts, so dass er die Tür schloss.
Beide bewegten sich nicht aus dem Flur heraus, standen da, als warteten sie auf irgendetwas.
?Also nochmals. Warum kommst Du ausgerechnet jetzt hierher, Kasparian??
?Wie gesagt, ich kann gerade nirgendwo hin und Du schuldest mir was, Snape.?
Er hob erneut die Augenbrauen, sagte aber nichts, sondern ging ins Wohnzimmer vor.
Sie folgte ihm schweigend, sah sich in dem Zimmer um und setzte sich ungefragt auf einen der Ledersessel neben dem Sofa.
Snape ging zu einem Schrank, holte eine Flasche Elfenwein und zwei Gläser hervor, schenkte beide voll und stellte sie auf den Tisch vor dem Sofa. Dann nahm er Platz und sah sie fragend an.
Eugenia Kasparian sah sich noch einmal prüfend um, dann griff sie nach einem der Gläser, hob es und sagte voller Hohn: ?Auf uns!?
Snape griff nach seinem Glas, hob es und nickte mit spöttisch gekräuselten Lippen.
Sie tranken und schwiegen eine lange Weile.
Jeder von ihnen hing seinen Gedanken und Erinnerungen nach.
Snape dachte an seinen ersten Tag in Hogwarts, die Auswahlprozedur des Hutes. Dort hatte er sie zum ersten Mal gesehen.
Ein kleines Mädchen, schon damals mit einem harten Zug um den Mund.

***

Als sie aufgerufen wurde, hörte er am Slytherin-Tisch bei den älteren Jungen Gemurmel. Ein großer Junge mit sandfarbenem Haar und einem schönen Gesicht sagte deutlich hörbar: ?Eugenia, meine kleine Cousine. Sie kommt sicher zu uns nach Slytherin, sie ist eine echte Kasparian.? Stolz schwang in seiner Stimme mit und der kleine Severus fühlte ein zwickendes Gefühl von Neid in seinem Bauch.
Und tatsächlich, der Hut sagte ohne zu Zögern ?SLYTHERIN!?
Das Mädchen trottete zum Tisch ihres Cousins, wo sie mit begeistertem Applaus empfangen wurde. Sie setzte sich, ohne irgendeine Reaktion auf die Begrüßung zu zeigen.
Kurz darauf wurde auch Snape dem Haus zugeteilt und er musterte sie weiter.
Irgendwie hatte er das Gefühl in einen Spiegel zu sehen. Nicht, dass sie ihm äußerlich ähnlich war, aber ihre Ausstrahlung erinnerte ihn fatal an sich selber.

***

Snape verdrängte die Erinnerung und sah Eugenia weiterhin an.
Er hob langsam die Hand und deutete auf die weiße Haarsträhne.
?Was ist passiert? Ich nehme nicht an, dass Du plötzlich auf modischen Schnickschnack stehst.?
Sie lachte trocken auf, dann wurde ihr Gesicht wieder zu der undurchdringlichen Maske, doch einen Moment konnte er einen entsetzlichen Schmerz in ihren Augen auftauchen sehen.
?Mir ging es nach der Geburt eine zeitlang nicht sehr gut?, sagte sie, ohne ihn anzusehen.
Er verzog ebenfalls keine Mine.
?Du hast also ein Kind.?
?Wir, Severus. Wir. Zu einem Kind gehören gemeinhin zwei.?
Eine eiskalte Hand griff nach seinen Eingeweiden, als er sie anstarrte.

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Zuletzt geändert von Lythanda am 7. Okt 2008 12:57, insgesamt 9-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 17. Aug 2008 00:23 
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Netter Cliffhanger, Lyth :motz:
und jetzt..... kann ich dumm sterben.
Also bitte, bitte schnell weiter posten, damit ich erfahre, was es mit Snape als " Papa " *grins* so auf sich hat . Der Zeitpunkt ist für ihn ja jetzt nicht gerade günstig.Hm.
Und die Mutterfigur kommt auf jeden Fall sehr interessant rüber. Obwohl ... musste es ausgerechnet " Eugenia " sein? O.k., o.k. , o.k. , ich werde versuchen mich mit dem Namen anzufreunden.
Auf jeden Fall bin ich schon sehr neugierig, wie es weiter geht!
Bis bald Sev
P.S : Also, dieser Smilie, den ich oben eingesetzt habe ist irgendwie total niedlich, ich könnte dem Stundenlang beim *motzen* zugucken.


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BeitragVerfasst: 17. Aug 2008 13:41 
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Hey Sev :knuff:

ja, den Motz-Smilie finde ich auch herrlich. Man kann dem stundenlang zugucken und wenn man selber schlechte Laune hat, verfliegt die relativ schnell, weil man grinsen muss. :mrgreen:

Danke für deinen Kommentar, ich werde dich auch nicht zu lange zappeln lassen *lach*.

Eugenia ist als Name gar nicht so schlimm, wenn man ihn englisch ausspricht *ggg*, aber er musste ein wenig außergewöhnlich sein, da ihre ganze Familie ziemlich ungewöhnlich ist, Ausßerdem handelt es sich um eine sehr sehr alte Zaubererfamilie und die neigen bekanntermaßen dazu, ihren Kindern keine gewöhnlichen Namen zu geben.

Du hast völlig Recht, es trifft Snape zu einem mächtig ungünstigen Zeitpunkt und als Papa ist er wohl auch nicht gerade der ideale Kandidat... :roll:

Aber schaun wir mal, wie es sich weiter entwickelt...

/hugs
Lyth

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BeitragVerfasst: 17. Aug 2008 13:58 
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Zweites Kapitel

? in dem ein Kind auftaucht und wieder verschwindet


Severus sah Eugenia im ersten Schuljahr sehr oft, sie hatten gemeinsam Unterricht und hielten sich oft im Gemeinschaftsraum auf. Wie er ging sie nur widerwillig und unter Gruppenzwang zu den Quidditch-Spielen, sie machte sich einfach nichts aus der kollektiven Begeisterung.

Einmal sah er sie, wie sie sich mit einem rothaarigen Gryffindor-Mädchen stritt. Sie hatten gemeinsamen Unterricht in Kräuterkunde und nach der Stunde waren die beiden Mädchen in einen Streit verfallen. Die anderen Schüler waren längst aus dem Gewächshaus gestürmt und Severus war wie meistens ein wenig hinter der Masse geblieben. So sah er nun, dass Eugenia wutentbrannt ihren Zauberstab zog. Doch statt sofort einen Fluch auf die Andere abzufeuern, wartete sie zu Severus? Erstaunen, bis das rothaarige Mädchen auch ihren Zauberstab aus dem Umhang genestelt hatte und auf sie richtete. Dann aber feuerte Eugenia mit blitzartiger Geschwindigkeit einen Fluch auf die Gryffindor ab, der deren Haare erst grün werden und dann noch zähen grünen Schleim aus ihnen tropfen ließ.
Severus musste grinsen, aber dann sah er, wie Eugenia ohne Hast ihren Zauberstab wegsteckte und sich umdrehte. Sie ließ die heulende Gryffindor einfach stehen, ohne die Gelegenheit zu Hohn und Spott zu nutzen.
Er verdrückte sich schnell, bevor sie ihn bemerken konnte, aber ihr merkwürdiges Verhalten ließ ihn nicht los und er grübelte noch lange darüber nach, was es bedeutete.

Viel später erfuhr er, wer der ältere Junge gewesen war, der sie als seine Cousine angekündigt hatte.
Nicholas Kasparian. Der wohl begabteste Zauberer, der Hogwarts seit vielen Jahrzehnten besucht hatte, hieß es.
Sein überragendes Talent in allen Fächern, die mit Zauberei zu tun hatten, hatte Slytherin den Hauspokal gesichert, seit er an der Schule war, und so war er der Held seines Hauses.
In diesem und dem nächsten Jahr sah er oft, wie Nicholas mit Eugenia Duelle übte. Er schien es sehr ernst zu nehmen, seiner Cousine alles beizubringen, was er konnte.
Erstaunlicherweise war er auch für sein ausgeprägtes Fairplay bekannt. Er ließ niemals zu, dass in seiner Gegenwart unfair gekämpft wurde, was ihm allerlei Unmut bei seinen Kameraden einbrachte.
Er war souverän genug, darüber hinweg zu sehen und seine konstanten Erfolge im Unterricht und der damit verbundene Punktgewinn sicherten ihm seine unangreifbare Position.
Jetzt erst begriff Snape, was er im ersten Jahr am Gewächshaus gesehen hatte. Eugenia hatte sich nur an die Duellregeln gehalten, die ihr Cousin ihr beigebracht hatte. Außerdem hatte sie wohl auch keinerlei Interesse daran, einen anderen zu verspotten, wenn der bereits besiegt war.
Ein merkwürdiges Mädchen, das ihm immer wieder Rätsel aufgab.

***

Severus schluckte. Sein Kind? Sie hatte ein Kind und er sollte der Vater sein?
Nur langsam sickerte das soeben Gehörte in seinen Verstand und er begriff die volle Tragweite dessen, was sie ihm da gesagt hatte.
Er sah sie an, während die eisige Hand in seinen Eingeweiden wühlte. In ihren Augen sah er, dass sie die Wahrheit sagte, dass es nicht nur eine Finte war, um ihn aus der Fassung zu bringen.
Langsam erreichte die Erkenntnis auch sein Herz, er wusste nicht, was er fühlte, nur dass ein vages Gefühl von Wärme das Eis aus seinem Inneren vertrieb.
?Wo??
Seine Stimme schien nicht ihm zu gehören, es war nur ein Krächzen, das er hervorbrachte.
Er räusperte sich. ?Wie alt ist es? Wo ist es jetzt? Warum hast Du nie??
Er wusste nicht, welche Fragen er zuerst stellen sollte, aber sie brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen.
?Dein Sohn hat nur drei Tage gelebt, Severus?, erwiderte sie kalt. ?Wer weiß, vielleicht war das besser, als herauszufinden, wer seine Eltern waren.?
Er starrte sie einen Moment lang fassungslos an, dann wurde seine Miene wieder hart.
?Wahrscheinlich hast Du Recht, Eugenia. Du eignest Dich wohl nur als Mutter eines toten Kindes.?
Eugenia zuckte zusammen. Warum hatte sie ihm das so grausam gesagt? Sie hatte doch gesehen, dass es ihn verletzen würde. Aber irgendwie war es genau das gewesen, was sie wollte.
Wortlos erhob sie sich und verließ den Raum.

Snape blieb sitzen. Nach dem kurzen heftigen Schmerz, der ihren Worten gefolgt war, hatte sich Leere in ihm ausgebreitet. Er fühlte nichts und das war ihm gar nicht so unwillkommen.
Andererseits sah er auch wieder den Schmerz in ihren Augen, als sie von dem Kind erzählt hatte und er sah sie zusammenzucken, als er ihr gerade eben Kontra gegeben hatte.
Es war fast automatisch gewesen, dass er sie so verletzt hatte, wie sie ihn.
Er schüttelte den Kopf. Würden sie denn niemals damit aufhören können?
Langsam erhob er sich, um zu sehen, wohin sie gegangen war.

Eugenia rauschte aus dem Wohnzimmer und stand im Flur. Etwas unsicher sah sie sich um. Ein guter Abgang war etwas feines, aber danach sollte man zumindest wissen, wohin man ging.
Sie drehte sich herum und setzte sich schließlich auf die unterste Stufe der Holztreppe, die scheinbar ins obere Stockwerk führte.
Innerlich fluchend biss sie sich auf die Unterlippe. Warum hatte sie nicht ihre Klappe halten können. Warum konnte sie ihn nicht in Frieden lassen. Mühsam würgte sie den Impuls einfach loszuweinen herunter. Sie würde sich jetzt hier nicht gehen lassen, nicht, wenn die Gefahr bestand, dass er sie so sah.
Gerade rechtzeitig, bemerkte sie, denn die Tür des Wohnzimmers öffnete sich und Snape trat heraus. Er sah sie auf der Treppe sitzen und blickte eine Weile zu ihr herüber, als müsse er eine Entscheidung fällen.
Dann trat er auf sie zu, setzte sich stumm neben sie und starrte auf dem Boden vor seinen Füssen. Wenn er doch nur wüsste, wie man es anstellte, sich zu entschuldigen.
Noch während er grübelte, hörte er sie leise sagen: ?Frieden für heute??
Er sah auf und drehte den Kopf zu ihr. Eine bissige Bemerkung kam ihm fast automatisch in den Sinn, aber er verschluckte sie noch rechtzeitig. Dann nickte er.
?Genug blutende Wunden für einen Abend, Genia.?
Sie zuckte bei der Nennung dieses Kosenamens, den sie so viele Jahre nicht mehr gehört hatte, leicht zusammen.
Und wie jedes Mal, wenn er ihn aussprach, lief ihr ein Schauder über den Rücken, so weich und samtig klang seine Stimme bei diesem einen Wort. Sie spürte, dass es ihm ernst damit war das Friedensangebot anzunehmen, denn sonst hätte er das nicht gesagt.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren erschien ein echtes Lächeln auf ihrem Gesicht.
?Ich bin müde?, sagte sie schlicht und er erhob sich.
?Komm.?
Er führte sie die Treppe nach oben bedeutete ihr mit einer Hand einer bestimmten Stufe auszuweichen und zeigte ihr ein Zimmer im oberen Stock. Aus einem Schrank nahm er Bettzeug und gab es ihr. Dann zeigte er ihr noch, wo das Bad war und brachte sie wieder zurück in das Gästezimmer.
?Gute Nacht, Eugenia.?
?Gute Nacht. Und?..?
Sie drehte sich weg von ihm, aber er hörte, wie sie fast unhörbar ?Danke? murmelte.
Dann schloss sich die Tür und er stand auf dem Korridor.
Er starrte auf die Tür, hinter der sie verschwunden war und wollte ihr noch etwas sagen. Es gab so vieles, das ungesagt geblieben war. Langsam hob er die Hand und streckte sie wie mit einer bittenden Geste nach der Tür aus, ließ sie dann doch wieder sinken.
Schließlich straffte er sich und ging wieder hinunter, um noch seine Wunde zu versorgen und dann auch ins Bett zu gehen.

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BeitragVerfasst: 17. Aug 2008 15:18 
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Hi Lyth :-D ,
ah, schön, es geht weiter.
Also doch kein Papa mehr, hm. Zu diesem Zeitpunkt zweifelsohne besser, trotzdem irgendwie auch sehr traurig. Besonders für Eugenia, die ja mit all dem alleine dagestanden hat. *seufz*
Die beiden sind sich ja ausgesprochen ähnlich, aber das macht es für sie auch wohl auch umso schwieriger.
Bin sehr neugierig wie es weitergeht, sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart.

Übrigens, mit dem Namen hast du zweifelsohne recht. ich hab ihn automatisch nur deutsch gedacht, und da find ich ihn furchtbar. Aber englisch ausgesprochen verändert er sich wunderbar, wirkt viel weicher, und besonders die Koseform Genia hat es mir jetzt sogar ausgesprochen angetan, seitdem ich die Namen in meinem Kopf nur noch englisch denke.
Hermoine finde ich eigentlich auch viel schöner als Hermine. Bei uns im deutschen hören sich so viele Namen so hart an, schade eigentlich.

Noch ein kurzer Abstecher zu Severus Briefen ( bin jetzt einfach zu faul zweimal zu posten ).
Ja, Zwielicht habe ich auch gesehen, wenn es auch schon eine Weile her ist. Da spielt doch Richard Gere seinen Anwalt, oder?
Es ist mir auch nicht anders gegangen wie vielen anderen, auch ich war zum Schluß erstmal platt über das Ende.
Ungeduldig auf dein nächstes Posting wartend :mrgreen:
LG Sev


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BeitragVerfasst: 18. Aug 2008 14:18 
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Hey Sev :knuff:

vielen Dank für dein Review *freu*.

Ja, Severus und Genia sind sich sehr ähnlich. Das ist eigentlich der Clou der ganzen Geschichte.
Man findet so viele Geschichten, in denen Severus auf eine intelligente, schöne, emotional reife Frau trifft, die ihm zeigt, wie wunderschön das Leben und die Liebe sein können, wenn man emotional ausgeglichen und offen ist.
Mir gefallen diese Geschichten nicht, weil sie den Charakter Snape ziemlich verbiegen.
Deshalb wollte ich das Experiment wagen, Severus auf eine Frau treffen zu lassen, die ihm ähnlich ist. So ähnlich, dass er ihr erlauben kann, näher an ihn heran zu kommen, als das sonst jemand je konnte. Eben weil er sie verstehen kann und sie ihm deshalb weniger Angst macht, als perfekte Menschen.
Nur das diese Ähnlichkeit sowohl Segen, als auch Fluch sein kann...
Ich wollte einach sehen, was passiert, wenn man zwei so verbitterte, verstörte und verbarrikadierte Menschen aufeinanderprallen lässt.

Zu "Zwielicht": Jo, Richard Gere spielt den Anwalt. Wird aber imho von Edward Norton fulminant an die Wand gespielt. :mrgreen:

/hugs
Lyth

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BeitragVerfasst: 18. Aug 2008 14:19 
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Drittes Kapitel

?in dem eine widerspenstige Wurzel ein Gespräch eröffnet und eine Vereinbarung getroffen wird


In ihrem dritten Jahr in Hogwarts war Nicholas nicht mehr an der Schule und Eugenia war immer öfter alleine.
Es war nicht nur seine Gesellschaft, die ihr nun abging, auch sein permanenter Schutz fehlte ihr jetzt sehr. Sie hatte sich bemüht, immer nach seinen Regeln zu handeln und sich damit einige befremdete bis böse Blicke und Kommentare ihrer Hauskameraden eingehandelt. Einzig Nicholas? Stellung innerhalb des Hauses hatte sie davor bewahrt, dass die Blicke und geflüsterten Kommentare in offene Feindseeligkeiten umschlugen.
Nun bemühte sie sich in erster Linie darum unsichtbar zu sein oder zumindest keinerlei Aufmerksamkeit zu erregen und dazu lernte sie eine wichtige Lektion für ihr Leben: Wenn Du verhindern willst, dass jemand Dich schlägt, dann sorge dafür, dass er nicht in die Lage kommt, das zu tun.
Für sie hieß das, dass sie sich ablehnend jedem gegenüber verhielt, der sich ihr nähern wollte, dass sie sich eine Aura der Unnahbarkeit zulegte und jeden der das zu ignorieren versuchte, mit einem bissigen Kommentar oder einem angedrohten Fluch auf Distanz hielt. Es war nicht unbedingt schön, aber es erfüllte letztendlich seinen Zweck. Sie hatte keine Freunde, aber andererseits kam ihr auch niemand nahe genug, um sie zu verletzen.
So saß sie oft in einer Ecke des Gemeinschaftsraumes und las in ihren Büchern.

Severus ging es ähnlich, er hielt sich oft abseits der Gruppen, die sich inzwischen innerhalb des Hauses gebildet hatten. Es lag ihm nicht, sich einem Anführer unterzuordnen, aber selber anführen wollte er auch nicht. Also blieb nur die Rolle des außenstehenden Beobachters, etwas, das ihm gar nicht so unangenehm war. Er vermisste es nicht, Freunde zu haben, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Kindern hatte er das Gefühl nie gekannt.
Einzig Eugenia weckte immer wieder sein Interesse. Sie war ihm so ähnlich und doch so grundlegend anders, als er.
Er respektierte ihre Distanziertheit, fand aber eine merkwürdige Zufriedenheit darin, sie oft heimlich zu beobachten.

Eines Nachmittags saß sie wieder einmal an einem der Arbeitstische an der hinteren Wand des Gemeinschaftsraums und bereitete ihre Zutaten für die nächste Zaubertrankstunde vor.
Aber wie sie es auch anstellte, die verdammten Wurzeln wollten sich nicht ordentlich schneiden lassen, sie zerfaserten immer wieder und die Schnittkanten waren nie schön glatt, wie sie es sein sollten, sondern sahen regelrecht zerfetzt aus.
Sie fluchte leise, als sich bei einem weiteren Versuch, der störrischen Wurzeln Herr zu werden auch noch in den Finger schnitt.
?Du musst sie diagonal schneiden, dann bekommst Du glatte Schnitte hin.?
Sie steckte sich den blutenden Finger in den Mund und sah auf.
Severus stand vor ihr und sah interessiert auf das Durcheinander auf dem Arbeitstisch.
Sie wappnete sich für eine spöttische Bemerkung über ihr offensichtliches Versagen auf dem Gebiet, aber er stand nur schweigend da.
Langsam zog sie den Finger aus dem Mund, nuschelte: ?Danke? und betrachtete den tiefen Schnitt.
Dann zog sie ihren Zauberstab aus der Tasche, richtete ihn auf ihren Finger und murmelte leise ein Wort. Der Schnitt hörte auf der Stelle auf zu bluten und schloss sich dann langsam von einem Ende zum Anderen.
Severus deutete auf die zerfledderten Wurzelstücke auf dem Tisch und sagte schüchtern: ?Wenn Du willst, zeig ich?s Dir.?
Eugenia nickte und er griff nach dem Messer. Mit schnellen, präzisen Bewegungen schnitt er die Wurzelstücke in kleine Streifen, genau so, wie es das Lehrbuch vorschrieb.
Er drehte sich zu ihr um.
?Du musst das Messer schräg ansetzen, dann schneidest Du mit den Fasern, nicht gegen sie. Wenn Du das beachtest, ist es eigentlich ganz einfach.?
?Toll.? Sie war wirklich beeindruckt und vergaß völlig, dass sie ihn eigentlich wie jeden anderen wegbeißen müsste. ?Echt, ich wünschte, ich könnte da auch.?
Severus lief leicht rosa an, dann deutete er auf ihren Finger, wo von dem tiefen Schnitt nur noch eine dünne rote Linie zu sehen war.
?Das ist aber auch nicht schlecht. Woher kannst Du so was??
?Meine Mum war Heilerin. Sie bestand darauf, dass ich Erste Hilfe Zauber beherrschen müsse. Ich konnte das schon lange, bevor ich zur Schule gekommen bin.?
Er nickte stumm, wollte das Gespräch mit ihr gerne fortsetzen, aber er wusste nicht, wie. Es erstaunte ihn, wie wohl er sich in ihrer Nähe fühlte, allerdings fiel ihm noch immer nichts ein, was er sagen konnte und so nickte er noch einmal und murmelte: ?Naja, wenn Du noch mal Hilfe bei Zaubertränken brauchst??
Auch Eugenia wusste nicht so recht, was sie sagen sollte und so erwiderte sie nur: ?Ja, danke.?
Dann sah sie zu, wie er wieder zu seinem Platz ging, an dem er seine Bücher zur Seite gelegt hatte, als er ihr zur Hilfe gekommen war.
Merkwürdiger Kerl, dachte sie. So anders als die anderen Idioten hier, aber irgendwie auch unheimlich.
Er hatte heftige Probleme mit einer Gruppe von Gryffindor-Jungen, mit denen er sich duellierte, wann immer sie aufeinander trafen.
Sie dachte an Lily Evans und ihren Streit gleich zu Anfang des ersten Schuljahrs. Sie hatte Glück gehabt, dass ihr Fluch und ihre generelle ablehnende Haltung die Gryffindor von da an von ihr ferngehalten hatte. Mit etwas mehr Pech wäre sie genauso eine Zielscheibe geworden, wie Severus es nun für die Jungs war.
Sie seufzte, dann wandte sie sich wieder der Zutatenliste zu.

***

Es war erstaunlich, wie gut Eugenia geschlafen hatte, obwohl sie eigentlich schon seit Jahren nicht mehr gut schlief. Sie stand auf und fühlte sich besser als seit sehr langer Zeit. Nach einer ausgiebigen Dusche ging sie hinunter in die Küche, wo Snape bereits am Tisch saß.
Er grüßte sie mit einem stummen Nicken und deutete auf eine Teekanne, die auf dem Herd stand. Sie nahm sich eine Tasse Tee und einige Nahrungsmittel, die lieblos auf der Arbeitsfläche neben dem Herd ausgebreitet waren. Mit Tasse und Gefülltem Teller setzte sie sich zu ihm an den Tisch und sie aßen schweigend.
Interessiert ließ Eugenia den Blick durch die Küche schweifen und blieb an einer alten Ausgabe des Tagespropheten hängen, die zwischen benutztem Geschirr und ein paar alten Lappen lag. Auf dem Titelblatt prangte ein Bild von Severus, der immer wieder den Kopf wegdrehte und die Überschrift versprach in reißerischen Worten, dass das Ministerium in allerkürzester Zeit spektakuläre Fahndungserfolge erwarte.
Mit einer Kopfbewegung deutete sie auf die Zeitung.
?Soso, Du bist jetzt der Staatsfeind Nummer 1.? Sie lachte ein kaltes Lachen. ?Nimm Dich in Acht, Bella wird es Dir nicht verzeihen, dass Du ihr den Rang abgelaufen hast.?
Er schnaubte verächtlich.
?Hast also den alten Mann getötet?, fuhr sie fort. ?Warum??
Er sah auf. Es hatte echte Neugier aus ihrer Frage geklungen.
?Das ist eine lange Geschichte.?
?Ich habe Zeit.? Sie nahm sich noch einen Toast und mit einem Wink ihres Zauberstabs war er heiß und knusprig.
?Warum hast Du eigentlich Zeit??
Sie biss in den Toast, das Kauen schien plötzlich ihre ganze Aufmerksamkeit zu beanspruchen.
Er ließ nicht locker. ?Wieso kannst Du nirgendwo hin??
Sie zuckte mit den Schultern. ?Ist ne lange Geschichte.?
?Was ist mit Nicholas? Kann er nicht??
Sie unterbrach ihn und ihre Worte waren scharf wie Messer. ?Ich bin schon lange nicht mehr Nicholas? kleine schützenswerte Cousine. Er legt so viel Wert auf Ehre. Sieh mich an. Sehe ich aus, als hätte ich nur einen Funken Ehre?? Sie lachte schmerzerfüllt und es gab Snape einen Stich, sie so zu sehen. Er wollte seine Hand ausstrecken, um ihren Arm zu berühren, da fuhr sie fort: ?Immerhin hatte ich ein uneheliches Kind. Und dazu noch mit einem Halbblüter.?
Er zuckte zusammen wie unter einem Peitschenhieb.
Es verging ein Moment, dann sah er sie an und mit einem höhnischen Lächeln sagte bösartig leise: ?Nun ja, es war noch nie Deine Stärke, Menschen zu halten, die Dir etwas bedeuten, nicht war, Kasparian? Niemand möchte über lange Zeit mit Dir in Verbindung gebracht werden, warum sollte das bei Deiner fabelhaften Reinblüter-Familie anders sein??
Tränen schossen ihr bei seinen Worten in die Augen, aber sie blinzelte sie fort. Niemals im Leben würde sie sich die Blöße geben, vor ihm zu weinen. Diesen Triumph wollte sie ihm niemals gönnen. Und letztendlich hätte sie sich diesen Satz auch sparen können, das wusste sie. Er hatte nur einen Zweck gehabt und den hatte er erfüllt, er hatte Severus Snape grausam verletzt.
Snape merkte an ihren Augen, dass er ins Schwarze getroffen hatte. Doch das Gefühl des Sieges wurde sofort abgelöst von einer seltsamen Trauer.
Es wiederholte sich wieder und wieder, wenn immer sie sich näher kamen, schlugen sie einander ins Gesicht.
Als wäre das die einzige Form der Nähe, die sie einander zugestehen konnten, als bräuchten sie das, um bei dem anderen eine emotionale Reaktion hervor zu rufen.
Sie schwiegen lange und ein fremder Beobachter hätte bemerken können, dass es der gleiche grausame Schmerz war, der sich in ihren Augen widerspiegelte.
Lange Zeit sagte keiner von ihnen etwas, aber schließlich brach Snape das Schweigen.
?Hör zu, ich will Dir ein Angebot machen. Ich habe ein Problem, das ich aufgrund meiner derzeitigen Situation kaum alleine bewältigen kann und Du brauchst eine Unterkunft.
Ich biete Dir mein Gästezimmer an und Du hörst Dich im Gegenzug an allen möglichen Orten nach dem Verbleib von Draco Malfoy um.?
Er musterte sie, sie hatte bei seinem Vorschlag die Augen zusammengekniffen.
?Also, was ist? Einverstanden??
?Was hast Du mit einer Malfoy-Brut zu schaffen, Snape??, fragte sie in unerwartet scharfem Tonfall.
Er sah sie aufmerksam an. Offensichtlich war sie ihrem Cousin doch noch immer ähnlicher, als er vermutet hatte und sie es wahrhaben wollte.
Er stieß ein freudloses Lachen aus.
?Das muss Dich momentan nicht kümmern, es ist lediglich der Preis für Kost und Logis.?
Sie musterte ihn einen Moment, als erwarte sie, dass die Sache noch irgendeinen Haken habe, dann aber nickte sie. ?Einverstanden.?

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"I can't go back. But I can appreciate what I have right now. And I can define myself by what I am, instead of what I'm not."
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BeitragVerfasst: 18. Aug 2008 22:03 
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Liebe Lyth, :knuff:
ein Stück Vergangenheit und ein Stück Gegenwart, schön.
Zitat:
Wenn Du verhindern willst, dass jemand Dich schlägt, dann sorge dafür, dass er nicht in die Lage kommt, das zu tun.

Arme Genia . Damit verhindert man aber auch, dass jemand in die Lage kommt dir nahe zu kommen, der vielleicht gar nicht schlagen will. Dadurch , dass sie sich vor Schmerz und Verletzungen schützen will , direkt austeilt und sich in die Einsamkeit zurückzieht, nimmt sie auch jedem, der es vielleicht gut mit ihr meint die Möglichkeit, ihr das zu zeigen. Für sie sind es dann die anderen, die sie ablehnen, ohne zu merken, dass sie durch ihr Verhalten auch dazu beiträgt. Und man vergräbt sich in der Einsamkeit und redet sich mit der Zeit ein, dass man niemand anderen braucht. Was für ein Trugschluss.
Zitat:
Sie dachte an Lily Evans und ihren Streit gleich zu Anfang des ersten Schuljahrs. Sie hatte Glück gehabt, dass ihr Fluch und ihre generelle ablehnende Haltung die Gryffindor von da an von ihr ferngehalten hatte. Mit etwas mehr Pech wäre sie genauso eine Zielscheibe geworden, wie Severus es nun für die Jungs war.
Ach, hatte ich mir doch schon bei der ersten Erwähnung gedacht, dass es sich hier um Lili dreht. Aber ich denke, hier liegt Eugenia falsch. Lili ist nicht James und Sirius. Ich kann mir bei ihr doch schwer vorstellen, dass sie rein aus Spass an der Freud jemand anderes Flüche auf den Hals jagen würde. Und zum Teil hat man bei Genia ja auch den Eindruck, dass sie fast im falschen Haus gelandet ist. Ihr Sinn für Fairness hätte Lili bestimmt gefallen. Aber um das herauszufinden müsste man sich ja auf den anderen einlassen.

Und zur Gegenwart. Es macht traurig zu sehen , wie die beiden nur durch gegenseitiges Verletzen in der Lage sind Nähe zueinander aufzubauen. Ich hoffe sie lernen es im Verlauf deiner Geschichte auch von einer anderen Seite aus.
Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt mehr von Eugenias Familie zu erfahren und den Gründen, die sie so früh so misstrauisch der Welt gegenüber haben werden lassen. Ich kann mir nicht vorstellen ,dass das nur in den drei Schuljahren begründet liegt. Sie war ja schon sehr ernst bei der Einschulung. Ich schätze mal das liegt tiefer, oder?
Freu mich schon auf dein nächstes Kapitel.
LG Sev


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BeitragVerfasst: 19. Aug 2008 16:07 
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Ja, Eugenia macht es sich selber schwer, aber meistens erkennen die Menschen, die sich solche Schutzmechanismen aufbauen, ja nicht die Kehrseite der Medaille. Oder sie messen ihr keine Bedeutung zu.
Leider findet man das recht häufig *seuz*

Zitat:
Aber ich denke, hier liegt Eugenia falsch. Lili ist nicht James und Sirius. Ich kann mir bei ihr doch schwer vorstellen, dass sie rein aus Spass an der Freud jemand anderes Flüche auf den Hals jagen würde.

Das sehe ich auch so. Aber Genia sieht das leider nicht so, sie hat da etwas von einem tunnelförmigen Röhrenblick, fürchte ich.

Zitat:
Und zum Teil hat man bei Genia ja auch den Eindruck, dass sie fast im falschen Haus gelandet ist. Ihr Sinn für Fairness hätte Lili bestimmt gefallen.

Ich glaube nicht, dass sich das Haus Slytherin und Fairplay ausschließen. Ihren Cousin Nicholas Kasparian habe ich für eine andere FF geschaffen, als ich einen erwachsenen Slytherin brauchte, der nicht einfach nur fies und mies ist, sondern auf faires Handeln extremen Wert legt.

Zitat:
Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt mehr von Eugenias Familie zu erfahren und den Gründen, die sie so früh so misstrauisch der Welt gegenüber haben werden lassen. Ich kann mir nicht vorstellen ,dass das nur in den drei Schuljahren begründet liegt. Sie war ja schon sehr ernst bei der Einschulung. Ich schätze mal das liegt tiefer, oder?

Stimmt genau und du wirst auch noch mehr darüber erfahren.

/hugs
Lyth

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BeitragVerfasst: 19. Aug 2008 16:31 
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Viertes Kapitel

??in dem eine Bande arroganter Halbaffen beinahe alles verdirbt



Eugenia war Nicholas darin sehr ähnlich, dass sie alle Fächer mit Zauberei perfekt beherrschte, aber bei dem Rest nicht sehr gut war.
Sie versaute häufig Zaubertränke und Severus half ihr immer wieder, die Fehler auszubügeln. Sie waren in den letzten beiden Jahren zögerlich so etwas wie Freunde geworden. Beide unsicher, ob es eine solche Person in ihrem Leben überhaupt geben durfte. Und doch fühlten sie mehr und mehr eine merkwürdige Anziehungskraft, die vom Anderen ausging und so verbrachten sie immer wieder Zeit miteinander, sie redeten, schwiegen, machten ihre Aufgaben und manchmal starrten sie einfach auf dem See.

Es war ihr fünftes Jahr in Hogwarts und die ZAG-Prüfungen standen bevor. Sie büffelten gemeinsam und allein, taten alles, um sich gut auf die Aufgaben vorzubereiten.

Schließlich kamen die ersten schriftlichen Prüfungen und als sie fertig waren und jeder Schüler nach draußen strebte, um frische Luft zu bekommen und die Anspannung loszuwerden, wurde Eugenia ungewollt Zeuge einer scheußlichen Szene.
Sie beobachtete, wie Potter und Black, zwei der übelsten Gryffindor-Angeber gemeinsam mit ihren Freunden zur Belustigung einer großen Gruppe von Schülern Severus kopfüber in der Luft schweben ließen.
Sie beobachtete die Szene, als sie gerade aus dem Schloss kam und zum See wollte. Eine kleine Hecke verdeckte sie, aber sie hatte freie Sicht auf das, was geschah. Schließlich kam auch noch Evans, diese entsetzliche Zicke und meinte, ihr soziales Gewissen damit beruhigen zu müssen, dass sie Severus verteidigte. Hatte sie denn keinerlei Gespür dafür, dass sie ihn nur noch mehr demütigte? Eugenia war versucht, ihren Zauberstab zu ziehen und das dumme Mädchen zu verhexen. Nur der Gedanke, dass Severus es nicht ertragen würde, wenn sie ihm auch noch zur Seite sprang, hielt sie davon ab. Wenigstens hing er nun nicht mehr in der Luft, dachte sie.
Schließlich, nach einem bösen Wortgefecht verzog sich Evans und kaum war sie weg, schwang Potter auch schon wieder seinen Zauberstab und Snape baumelte ein weiteres Mal kopfüber in der Luft.
Eugenia traute ihren Ohren nicht, als er fragte, wer dafür sei, dass er Snapes Unterhose verschwinden lasse solle. Sie wollte nicht glauben, dass das passieren konnte, aber auf das zustimmende Johlen der Schüler machte Potter seine Drohung wahr und ließ die Unterhose tatsächlich verschwinden.
Eugenia war klar, dass es eine noch schlimmere Demütigung für ihn sein musste, wenn er ihr Mitgefühl sah, das sie jetzt aus tiefstem Herzen empfand, also versteckte sie sich noch tiefer hinter der Hecke.
Sie sah sein Gesicht, in dem plötzlich eine Veränderung vor sich ging. Scham und Verzweiflung verschwanden und eine beängstigende Leere ersetzte sie. Es war, als hätte Snape sich vollständig in sein Inneres zurückgezogen und nähme nicht mehr an der Szene teil.
Was auch immer das war, was sie dort in seinem Gesicht beobachtete, ihr wurde schlagartig klar, dass er nie mehr der Gleiche sein würde.
Sie wandte sich ab, um die quälende Szene zu verlassen und so hörte sie nicht mehr, wie James spöttisch rief: ?Was würde Kasparian wohl sagen, wenn sie das Elend hier sehen könnte??
Er sah in Snapes Gesicht.
?Tu nicht so, als wäre Dir das egal, Schniefelus. Jeder weiß doch, dass Du auf sie scharf bist, aber ich fürchte, Versager wie Du haben keine Chance. Nicht mal bei einem zickigen Eisblock wie Kasparian. Ein Mädchen müsste wohl tot sein, damit Du eine Chance bekommst. Andererseits glaube ich nicht, dass Kasparian sehr wählerisch sein kann, so wie sie aussieht und sich benimmt. Vielleicht hast Du ja doch noch eine Chance.?
Er lachte laut, aber die Stimmung begann umzuschlagen. Es wurde stiller und die Zuschauer fingen an, sich unbehaglich zu fühlen. Murmelnd wandten sie sich ab und wanderte zum Schloss zurück.
James verlor schlagartig das Interesse und ließ Severus mit einem Armschlenker auf den Boden krachen.
Er wandte sich an Sirius und begann sofort über die noch ausstehenden Prüfungen zu reden. Ins Gespräch vertieft gingen die vier Freunde auch auf das Schloss zu. Einzig Lupin drehte sich noch einmal um und sah Snape einen Moment lang an. Scham spiegelte sich in seinem Blick, aber ohne etwas zu sagen wandte auch er sich ab und lief hinter seinen Freunden her.

Severus wünschte sich nur noch eines: die Erde möge sich auftun und ihn für immer verschlingen.
Er wollte sterben, sich in Luft auflösen, egal was, nur nie wieder seinen Schulkameraden begegnen.
Am Schlimmsten war, dass er Eugenia gesehen hatte, wie sie in der Ferne zur Schule gegangen war. Hatte sie die Szene gesehen? Hatte sie wohlmöglich gehört, was James gesagt hatte?
Er würde ihr nie wieder in die Augen sehen können, er wollte ihr nie wieder begegnen. Zwar wusste er nicht, ob sie wirklich etwas gesehen oder gehört hatte, aber sicher war sicher. Er würde es nicht ertragen können, wenn sie ihn so gesehen hatte.
Heiße Tränen voller Zorn und Hass liefen ihm über die Wangen. Sie hatten alles kaputt gemacht. Alles.
Er schwor sich, Rache zu nehmen und ihnen auch alles zu zerstören, wenn er jemals die Gelegenheit haben würde.

So weit es sich vermeiden ließ, ging Severus Eugenia in den nächsten Tagen aus dem Weg, wenn sie gemeinsamen Unterricht hatten, vermied er Blickkontakte und sprach nie ein Wort mit ihr. Scham brannte in ihm und verbrannte fast jedes andere Gefühl. Fast jedes, Hass loderte immer wieder auf, wenn er die Gryffindor-Bande sah und ihr tuscheln und lachen hörte.
Eugenia wusste genau, warum er sie mied und sie konnte fast nachempfinden, wie er sich fühlen musste. Nur hatte sie keine Idee, was sie dagegen tun konnte. Sie glaubte, es würde ihm gut tun, wenn sie ein Stück normalen Umgang in sein Leben bringen konnte, wenn sie ihm weismachen konnte, dass sie nichts gesehen hatte und ihm so ermöglichte, mit ihr gemeinsam weiter zu machen, wie früher.
Sie wollte es sich nicht eingestehen, aber sie vermisste die Stunden mit ihm mehr, als sie jemals geglaubt hätte, etwas vermissen zu können.
Sie verbrachte Stunden damit, zu grübeln, wie sie sich ihm nähern konnte, ohne, dass er annahm, sie hätte die verheerende Szene gesehen.
Schließlich hatte sie eine Idee.
Sie passte ihn nach einer Stunde draußen ab und stellte sich ihm in den Weg. Dann, als sie schon Panik in seinen Augen sehen konnte, blaffte sie ihn furchtbar an, was für ein treuloser, widerlicher Mistkerl er wäre und dass sie jede Sekunde bedauere, die sie an ihn verschwendet habe. Und dass er wenigstens den Mumm haben könnte, ihr mitzuteilen, warum er nicht mehr ihr Freund sein wolle. Sie redete sich in Rage und am Ende schrie sie ihn in Grund und Boden.
Severus stand wie versteinert da und als er begriff, dass sie offensichtlich keine Ahnung hatte, warum er sie schnitt, dass sie glaubte, er wolle nicht mehr mit ihr befreundet sein, erfüllte ihn Erleichterung.
Er wusste zwar nicht, wie er jetzt reagieren sollte und brummte irgendetwas unverständliches, als er sich umdrehte und davon schlurfte, aber die Basis war gelegt, dass sie sich wieder sehen konnten.

Einige Zeit später traf Eugenia Remus Lupin auf einem Gang nahe dem Ravenclaw-Turm. Sie zögerte einen Moment als er an ihr vorbei ging, dann packte sie seinen Arm und hielt ihn fest.
?Was für ein Vertrauensschüler bist Du eigentlich??
?Wieso, was meinst Du??
?Das weißt Du verdammt gut, Lupin.?
Ihre Augen flammten vor Zorn, aber er wusste wirklich nicht wovon sie redete.
?Wie gut, dass für das Haus Gryffindor nur Mut erforderlich ist und kein Fairplay, nicht war? Sonst könntest Du nicht immer tatenlos zusehen, wie Deine Freunde einzelne Schüler, die sie nicht mögen fertig machen.?
Remus starrte sie fassungslos an, als er begriff, wovon sie redete.
?Merlin, ihr seid so erbärmlich.?
Er lief rot an, murmelte dann aber nur: ?Ich werde mit ihnen reden, ok??
Sie schnaubte verächtlich, spuckte vor seinen Füssen aus und ging ohne ein weiteres Wort davon.

***

Es war Abend geworden und um zu zeigen, dass sie die Abmachung ernst nahm, hatte Eugenia den Nachmittag mit Nachforschungen verbracht. Sie war erst einmal der naheliegendsten Idee nachgegangen und hatte das Stammhaus der Malfoys aufgesucht. Aber sie fand nur heraus, dass Malfoy Manor verlassen war, dass dort nur noch ein Hauself das Haus in Ordnung hielt.
Niemand wusste, wo Narcissa geblieben war, sie hatte das Haus nach Abschluss des Schuljahres verlassen und war seitdem nicht mehr gesehen worden.
Draco war nicht zuhause aufgetaucht, da war der Elf sich absolut sicher.
Als sie ihren Bericht beendet hatte, war Snape zwar nicht zufrieden, aber wenigstens war ein Anfang gemacht.
Sie aßen gemeinsam zu Abend und erst, als sie fertig waren, begannen sie ein Gespräch.
Eugenia musterte Severus lange, dann fragte sie, was ihr schon den ganzen Tag auf der Zunge gelegen hatte.
?Was hast Du mit den Malfoys zu tun, Severus? Warum suchst Du ihren Jungen??
Snape schwieg lange, er schien zu überlegen, ob er sich mit ihr auf dieses Gespräch einlassen solle. Schließlich antwortete er: ?Ich habe einen Eid geleistet, Draco zu beschützen.?
Etwas wie Kummer schwang in seiner Stimme mit, aber Eugenia konnte nicht ahnen, dass das nur die halbe Wahrheit war, dass der Schwur längst erfüllt war und ihn jetzt nur noch etwas erfüllte, das rational nicht zu erklären war. Als könne es das, was geschehen war abmildern, wenn er herausfand, wo Draco steckte, ihn fand und heil zu seiner Mutter zurückbrachte.
Eugenia nickte ernst. ?Ein Schwur. Ja, natürlich, das bindet Dich.?
Er erinnerte sich, wie ernsthaft sie schon immer diese Art von Dingen betrachtete hatte und wie wichtig Aspekte wie Ehre und Integrität ihrer Familie immer gewesen waren.
Wieder breitete sich Schweigen zwischen ihnen aus.
?Wem hast Du diesen Schwur geleistet??, fragte sie schließlich in die Stille hinein.
Er zögerte. Dann entschloss er sich, die Wahrheit zu sagen. Zumindest soweit es ihm klug erschien.
?Seiner Mutter.?
Sie lachte. Der Laut klang blechern in der kleinen Küche.
?Narcissa, die stolze Tochter des Hauses Black hat Dir einen Eid abgerungen??
Er sah sie mit steinerner Miene an. In diesem Moment war er froh, dass sie nicht wusste, was genau für einen Schwur er geleistet hatte, dass er sich zu einem unbrechbaren Schwur hatte verleiten lassen.
?War es Teil dieses Schwurs, den alten Mann zu töten??
Er sah erstaunt auf. Wusste sie?? Nein, das konnte nicht sein, niemand konnte davon wissen.
Er stand auf, und ging wortlos in das angrenzende Wohnzimmer, um sich demonstrativ ein Buch aus dem Regal zu nehmen.
Eugenia folgte ihm, ein spöttisches Lächeln umspielte ihre Lippen.
?Ich frage mich, was man anstellen muss, um Dich dazu zu bringen, irgendetwas zu schwören, Severus.?
Er ignorierte sie. Wenn sie sich nicht geändert hatte, dann würde er sie damit in den Wahnsinn treiben, das wusste er und ein Teil von ihm freute sich darauf.
Sie seufzte, als sie sich zu ihm setzte.
?Ach Sevus, was ist nur aus uns geworden?? Ihre Stimme war leise und tiefes Bedauern klang aus ihr.
Er schwieg weiter, verwundert, wie sehr der alte Kosename, den nur sie ihm gegeben hatte, ihn noch immer berührte.
Jeder von ihnen hatte an diesem Abend einen Angriff gegen den anderen gestartet, aber beide hatten es irgendwie geschafft, keinerlei Grausamkeiten daraus abzuleiten.
Und doch wussten sie beide nicht, ob das etwas Gutes war, oder ob es vielleicht viel Schlimmer war, als jede Verletzung, die sie sich im Laufe der Zeit zugefügt hatten.

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