Balsam für die Seele

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AutorNachricht
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BeitragVerfasst: 19. Aug 2008 21:35 
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Hi Lyth :typo_006: ,
gern geschehen. *grins*
Sodele, jetzt erstmal meine Gedanken ordnen.
Zitat:
Zitat:
Ich glaube nicht, dass sich das Haus Slytherin und Fairplay ausschließen.

Womit du ja eigentlich völlig recht hast. Wenn ich ehrlich bin, hat mich diese krasse Darstellung des Hauses Slytherin immer ziemlich gestört. Als wenn es da nur Fieslinge gegeben hätte und in den andren Häusern das Gegenteil. Denn das dies nicht so war, dafür waren ja nun James und Sirius und auch Lupin ( auch wenn er nicht aktiv mitgemacht hat , weggucken ist auch nicht besser, schonmal gar nicht als Vertrauensschüler. Das läßt du Eugenia ihm ja auch in der Geschichte sagen. Mir ist klar, was für eine schwere Stellung er als Wehrwolf hatte und dass er seine Freunde nicht verlieren wollte. Aber er hätte sich seiner Verantwortung stellen müssen) das Gegenbeispiel.
Aber warscheinlich gab es so Typen wie Nicholas eher in der Minderheit.

Bei der Szene am See werde ich jedesmal stinkwütend. Und dass du James hier noch ein wenig mieser darggestellt hast als im Buch hat mich, wenn ich ehrlich sein soll , kein bisschen gestört.
Als Harry den erwachsenen Sirius und Lupin darauf anspricht ,hat es mich massiv gestört, wie das ganze so als Jugendsünde und als na ja, wir sind halt manchmal etwas über die Stränge geschlagen dargestellt wurde. Auch wenn ich jemand nicht leiden kann, kann ich einfach nicht verstehen, wie man Freude daran finden kann jemand anderen zu quälen und zu demütigen. Und es war ja nicht so, dass sie einfach nur auf etwas reagiert haben, dass Severus getan hat. Nein, sie haben angefangen, quasi nach dem Motto, oh, kommt, lasst uns ein bisschen Spiele spielen, das Spielzeug ist schon vorhanden. Tolle Spiele :kotzen:
Wie gut, dass Eugenia mit ihrer " rauen " Methode wieder Zugang zu Snape bekommt.
Insgesamt bin ich sehr neugierig wie es weitergeht und bin froh, dass du so regelmäßig weiterpostest .
Alles Liebe Sev


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BeitragVerfasst: 22. Aug 2008 18:28 
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Deine Vorstellung zu Lupin teile ich, er hätte wohl kaum anders reagieren können *seufz*
Ja, wahrscheinlich waren Typen wie Nicholas in der Minderheit, andererseits kennen wir nur sehr wenige Slytherins.


Zitat:
Als Harry den erwachsenen Sirius und Lupin darauf anspricht ,hat es mich massiv gestört, wie das ganze so als Jugendsünde und als na ja, wir sind halt manchmal etwas über die Stränge geschlagen dargestellt wurde.

Das sehe ich genauso. Aber es war wohl ein Schachzug von Rowling, auch die sonst so vergötterten Jungs menschlicher zu machen, indem sie aufzeigt, dass sie Fehler haben und unverzeihliche Dinge begangen haben. Und sie transportiert das hervorragend durch die GEdanken und Gefühle von Harry, der diese Darstellung durch Sirius und Lupin nicht akzeptieren und ihre Ansicht dazu nicht teilen kann.
Letztendlich ist bei ihr niemand (außer LV) wirklich schwarz oder weiß.


/hugs
Lyth

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BeitragVerfasst: 22. Aug 2008 18:29 
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Fünftes Kapitel

? in dem eine simple Berührung so vieles verändert



Trotz Eugenias List war es eine schwierige Zeit für Severus und sie. Es dauerte lange, bis sie wieder den vertrauten Umgang miteinander hatten. Zu tief saß das, was die Szene in Severus angerichtet hatte.
Der bis dahin immer so völlig beherrschte und kontrollierte Junge hatte sich emotional völlig verausgabt und es fiel ihm schwer, die brodelnden Emotionen wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Es war, als wäre eine Schleuse geöffnet worden und er hatte es schwer, damit zurecht zu kommen. Er arbeitete hart daran, sich diese Veränderung nach außen nicht anmerken zu lassen, aber immer, wenn er den Gryffindors begegnete, brodelte Zorn und ein Gefühl der Hilflosigkeit und Demütigung in ihm hoch.
Eugenia bemühte sich, das alles zu ignorieren, aber auch sie erlebte mehr und mehr Anfeindungen und ihre ablehnende und bissige Art, damit umzugehen machte es nicht leichter. Nur wusste sie nicht, was sie sonst hätte tun sollen.

Es kam eine Zeit, in der sie etwas vermisste, von dem sie niemals geglaubt hatte, dass sie so etwas brauchen würde. Eine beste Freundin.
Sie beobachtete die anderen Mädchen, die oft in Gruppen zusammen waren und tuschelten, kicherten und manchmal heulten.
Bisher war sie diesen Mädchen immer nur mit Verachtung begegnet, aber manchmal sah sie auch zwei zusammenstehen oder sitzen, die sich ganz offensichtlich gegenseitig ihr Herz ausschütteten und sich trösteten. Und wenn sie das sah, dann zog sich etwas in ihrem Inneren schmerzhaft zusammen.
Abends in ihrem Bett dachte sie oft darüber nach, aber es war nun mal, wie es war und sie kehrte zu ihrer alten Strategie zurück. Was Du nicht haben kannst, verachte aus tiefstem Herzen. Denn wenn Du Dir selber vormachst, dass Du es gar nicht willst, dann tut es nicht so weh, es nicht zu haben.
Und doch fehlte ihr jemand, mit dem sie reden konnte. Severus kam nicht in Frage, denn um ihn ging es ja. Sie hatte das Gefühl, sie habe etwas Falsches gegessen, wenn er in ihrer Nähe war, wenn sie alleine waren. Es war so schrecklich verwirrend und es zerstörte das angenehme, freundliche Gefühl, das sie sonst immer in seiner Gegenwart gehabt hatte. Sie wollte es zurück haben, dieses Gefühl kühler Nähe. Sie wollte keine Komplikationen, sie hasste Komplikationen, die immer nur alles kaputt machten, was sie sich mühevoll aufbaute.
Wut stieg in ihr auf. Wut auf Severus, Wut auf sich selber, Wut auf die Welt, die sie nicht in Ruhe ließ.
Ihr Leben war ein zerbrechliches Gebilde und das wusste sie und sie hasste alles, was Unsicherheit mit sich brachte.
Abends lag sie im Bett und wünschte sich nichts mehr auf der Welt, als jemanden, mit dem sie über das, was Severus in ihr auslöste, reden konnte.

Severus fühlt in Eugenias Nähe eine immer stärkere Anziehung, ein kribbeliges Gefühl, wenn sie ihn ansah. Eigentlich, das musste er sich eingestehen, hatte er das schon immer gefühlt, aber er hatte dieses Gefühl auch immer tief in sein Innerstes verdrängt, wenn es aufgetaucht war.
Nun aber, nachdem er immer wieder von hoch kochenden Gefühlen heimgesucht wurde, ließ sich auch dieses Gefühl nicht mehr so leicht fort schieben.
Und irgendwie fühlte es sich auch gut an, gestand er sich ängstlich ein.
Er kämpfte noch immer mit den Folgen seiner tiefsten Demütigung. Früher war es ihm fast mühelos gelungen, alle Gefühle zu beherrschen und immer kalt und unbeteiligt zu erscheinen, aber das hatte sich seither geändert. Er war fast dauernd mit seinen inneren Kämpfen beschäftigt und er hasste es, wenn er die Kontrolle verlor.
Nur die Stunden mit Eugenia machten es ihm leichter, in ihrer Nähe schien irgendwie alles einfacher und erträglicher zu sein.

Eines Nachmittags saßen sie am See und sprachen über eine Arbeit in ?Geschichte der Zauberei?. Eugenia lachte über eine Bemerkung, die Severus gemacht hatte und als er dieses seltene Ereignis in ihrem Gesicht sah, wogte ein Gefühl von Wärme, Kribbeln und Schwindel in ihm hoch.
Ohne nachzudenken griff er nach ihrer Hand und hielt sie einen Moment in seiner.
Eugenia erstarrte, aber Severus schien das nicht zu bemerken. Langsam hob er ihre Hand an sein Gesicht und legte sie sich an seine Wange. Er schloss die Augen. Es fühlte sich so gut an, so wunderschön.
Mit einem Ruck entriss Eugenia ihm ihre Hand.
?Was soll das denn? Spinnst Du, oder was??, schnauzte sie ihn an.
Severus öffnete die Augen, sah sie einen Moment lang verstört an, dann sprang er auf und lief ohne ein weiteres Wort davon. Wie ein Messer bohrten ihre Worte in sein Innerstes und verletzten ihn zutiefst.
Was hatte er auch erwartet? Wieso sollte ein Mädchen ihn mögen, ihm erlauben, ihre Hand zu nehmen.
Er hätte sich ohrfeigen können, dass er sich so von seinen Gefühlen hatte treiben lassen. Was für ein Idiot war er nur.

Eugenia blieb am See sitzen und war von sich selber überrascht. Warum hatte sie ihn derartig angefahren?
Sie schämte sich, nichts wollte sie mehr auf der Welt, als dass Severus ihr Freund war. Aber wieso konnte sie dann nicht zulassen, dass er ihre Hand ergriff. Warum hatte sie nur so unüberlegt und spontan losgekeift?
Sie fühlte, dass sie begann, sich selber zu hassen. Was für ein Mensch war sie nur, dass sie es nicht ertragen konnte, dass der einzige Mensch, der ihr etwas bedeutete, sie berührte.
Kein Wunder, dass niemand sie mögen konnte. Auch Severus würde sie von jetzt ab von sich stoßen, nachdem sie ihn so behandelt hatte.
Was für eine Idiotin war sie nur.

Wieder einmal gingen sie einander aus dem Weg, doch beide litten entsetzlich darunter. Sie fühlten sich beide wertlos und schuldig und fanden keinen Weg, diese Gefühle zu überwinden.
Eines Nachmittags stand Severus in einem der Korridore der Kerker auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum. Er betrachtete die Inschrift auf einem Schild, den eine der unzähligen Rüstungen in der Hand hielt. Hier handelte es sich offenbar um eine sehr alte Inschrift und Severus versuchte mit zusammengekniffenen Augen sie zu entziffern.
Eugenia sah ihn dort stehen und sofort empfand sie ein unbeschreibliches Gefühl von Sehnsucht.
Sie betrachtete ihn einen Moment lang, dann nahm sie all ihren Mut zusammen, trat auf ihn zu und stellte sich neben ihn.
Severus schien sie nicht zu bemerken, oder er tat so, als bemerke er sie nicht.
Am liebsten wäre Eugenia davon gelaufen, aber sie wollte sich nicht von ihrer Angst unter kriegen lassen und so griff sie wie nebenbei nach seiner Hand und hielt sie fest.
Severus drehte sich zu ihr um, starrte sie einen Moment lang entgeistert an, dann zog er seine Hand weg.
Mit einem höhnischen Grinsen und kalter Stimme fragte er: ?Was denn, ist Miss Prinzesschen jetzt in der Stimmung, um Händchen zu halten? Schaff Dir ein Haustier an, das kannst Du dann streicheln, wenn Dir danach ist und es kommt auch garantiert angerannt, wenn Du pfeifst. Da ist es dann auch egal, ob es das gerade möchte oder nicht, da zählen dann nur Deine Wünsche.?
Er drehte sich mit einer schwungvollen Bewegung um und rauschte davon. Eugenia stand da wie vom Basilisken versteinert und erst, als er um eine Ecke gebogen war, brach sie in Tränen aus.

Es dauerte einige Zeit, bis Eugenia begriff, dass diese Szene nötig gewesen war, damit sie quitt waren. Es hatte so wehgetan, als er sie ?Prinzesschen? genannt hatte. Aber es hatte ihm wohl auch sehr wehgetan, was sie am See gesagt hatte.
Schließlich beschloss sie, die vertrackte Situation aufzulösen und eine neue Chance zu suchen.
Sie suchte Severus und wie schon einmal stellte sie sich ihm in dem Weg, als weit und breit keine anderen Schüler zu sehen waren.
?Können wir das Ganze vergessen??
Er schwieg, sah auf den Boden vor ihren Füssen.
?Bitte.? Ihre Stimme zitterte, obwohl sie sich so sehr bemühte, sicher aufzutreten.
Langsam hob er den Kopf, sah ihr in die Augen. ?Mmmhh? ok.? Er brummelte noch irgendetwas und ging dann davon, aber Eugenia wusste, es würde alles wieder besser werden. Sie wollte vor Erleichterung irgendjemanden umarmen, aber es gab niemanden in ihrem Leben, den sie umarmen konnte.

Ihr Verhältnis normalisierte sich wieder, aber dennoch war etwas anders geworden. Sie hatten eine Grenze geschaffen, die keiner von ihnen sich traute zu überschreiten, denn sie beide fürchteten nun nichts mehr auf der Welt, als einander zu verlieren.

***
Am nächsten Abend erschien Eugenia nicht in Spinners End und Severus fing an, sich Gedanken zu machen.
Was, wenn sie den Leuten, vor denen sie offensichtlich davon lief in die Hände gefallen war?
Was, wenn die durch ihre Nachforschungen über Dracos Verbleib Todessern in die Falle getappt war?
Er rief sich zur Ordnung.
Vielleicht war sie auch nur wieder fortgelaufen. Wie sie es immer tat, wenn die Dinge kompliziert wurden.
Er versuchte die Sorge um sie aus seinem Kopf zu vertreiben und sie durch die altvertraute Wut zu ersetzen. Und wie schon so oft, gelang es vortrefflich.

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BeitragVerfasst: 23. Aug 2008 17:14 
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Liebe Lyth :knuff: ,
es tut richtig weh zu sehen wie die beiden miteinander umgehen. Wie erst der eine einen Vorstoß macht, um dann vom anderen zurück gestoßen zu werden und dann dasselbe andersherum. Hut ab vor Eugenia, dass sie es dann doch versteht und sich überwindet und nochmal auf Severus zugeht.
Zitat:
Zitat:
Sie hatten eine Grenze geschaffen, die keiner von ihnen sich traute zu überschreiten, denn sie beide fürchteten nun nichts mehr auf der Welt, als einander zu verlieren.

Ich schätze mal, es wird eine ganze Weile dauern, bis die beiden nochmal in der Lage sind sich körperlich zu nähern. Zusätzlich zu all den anderen machen die beiden sich das Leben nicht gerade leicht.
Freu mich schon auf dein nächstes Posting.
LG Sev


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BeitragVerfasst: 26. Aug 2008 14:16 
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Vielen Dank für dein Review, liebe Sev :knuff:

Sie sind eben beide nicht wirklich Menschen, die es sich leicht machen. Und gerade in der Situation, wo man verletztlich ist (weil zum ersten Mal verliebt) tun sich solche Menschen ganz besonders schwer.

Zitat:
es tut richtig weh zu sehen wie die beiden miteinander umgehen. Wie erst der eine einen Vorstoß macht, um dann vom anderen zurück gestoßen zu werden und dann dasselbe andersherum.

Das erste Mal war ein Ausrutscher, eine Panikreaktion. Als Severus sie dann zurückstößt, ist das sozusagen eine Art Ausgleich, damit sie "quitt" sind. Ohne dies wäre es ihnen wohl nicht möglich gewesen, nochmal "neu" anzufangen. Sie sind beide Menschen, denen es wichtig ist, dass die Situation zwischen ihnen "ausgeglichen" ist, dass keiner vorne liegt im irren Wettstreit, wer wen mehr/öfter getroffen hat. Dass das im Leben nicht geht und dass man manchmal auch einfach nur verzeihen muss, das werden sie (wenn überhaupt) erst viel später lernen...

Wieder ist es Eugenia, die die Initiative ergreift, aber von ihnen beiden ist sie wohl auch die weniger verstörte... *seufz*

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BeitragVerfasst: 26. Aug 2008 14:29 
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Sechstes Kapitel

?in dem vom Tod die Rede ist



So fragil ihre Freundschaft nun auch war, sie beide betrachteten sie als das Wertvollste, was sie hatten und bemühten sich, vorsichtig mit ihr und miteinander umzugehen.
Schließlich war das fünfte Schuljahr zu Ende und sie verabschiedeten sich für die Ferien voneinander.
Kurz bevor sie ihr Abteil im Hogwarts-Express in London verließen, fasste Eugenia all ihren Mut zusammen, beugte sich vor und gab Severus einen flüchtigen Kuss. Dann drehte sie sich um und lief aus dem Zug, bevor er irgendwie reagieren konnte.
Diese Berührung war nur ein wenig mehr, als ein Windhauch, aber sie veränderte alles.

Der winzige Kuss war nur eine Kleinigkeit, aber er war eine Aussage, die Severus eine Menge nachzudenken in die Ferien mit gab.
Für Eugenia war diese Aussage das Ergebnis ihrer tiefsten Gefühlserforschungen und es war der größte Aufwand an Mut, den sie jemals gebraucht hatte, um etwas zu tun.

Als sie sich zum Schuljahresbeginn wieder sahen, erwähnten sie den Kuss mit keinem Wort, sie wiederholten ihn auch nicht, aber trotzdem sahen sie sich anders an. Ein neuer Abschnitt hatte begonnen.

Es war ihr sechstes Schuljahr und sie hatten ihre UTZ-Klassen zu absolvieren. Jede Menge Arbeit wartete auf sie, aber beide waren zuversichtlich, die Herausforderung gemeinsam zu meistern.
Eugenia hatte es mit Severus Hilfe geschafft, die UTZ-Klasse für Zaubertränke zu erreichen. Mit unglaublicher Geduld hatte er ihr immer wieder die Wirkweisen der verschiedenen Ingredienzien erklärt, die Magie, die in einen Trank mit einfloss und mit ihr die exakte Vorbereitung der Zutaten geübt.
Wieder und wieder hatte er ihr die Eigenarten der einzelnen Stoffe erklärt und sie abgefragt über Wechselwirkungen und mögliche Probleme bei der Zubereitung.

Im Gegenzug hatte sie ihm alles beigebracht, was sie beim Zaubern beherrschte, und das war nicht eben wenig.
Nicholas hatte ihr viel beigebracht und auch wenn sie bei Weitem nicht über seine Begabung verfügte, so hatte sie wenigstens alles an Technik gelernt, was sie nur lernen konnte.
Und so kam Severus im sechsten Jahr hinter ihr Geheimnis, was sie zu einer so hervorragenden Hexe machte.
Sie hatte von Nicholas gelernt, dass man, wenn man Wert auf Fairplay legte und sich weder den Überraschungseffekt, noch Hinterlist zu Nutze machte, es alles auf Schnelligkeit und Präzision ankam. Der Zauberstab durfte nicht zucken oder zittern, die Gedanken durften nicht eine Sekunde abschweifen, der Blick durfte sich nicht einen Lidschlag lang vom Ziel lösen.
Man durfte sich keinerlei Ablenkung erlauben und musste mit voller Konzentration dabei sein.
Er hatte sie gelehrt, ihre Atmung zu kontrollieren und durch bestimmte Techniken ihren Körper in Ruhe zu versetzen.
Er hatte ihr beigebracht, ihre Gedanken zu fokussieren und jede geistige Ablenkung zu ignorieren. Sie hatte lernen müssen, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten und im Augenblick des Kampfes kühl und überlegt zu bleiben.
Es war nicht einfach, das zu lernen, besonders die Kontrolle von Gefühlen und Gedanken, aber Severus war ein gelehriger Schüler. Seine fortwährenden Auseinandersetzungen mit der Gruppe um Potter und Black, aber auch andere Zwischenfälle ließen es ihm klug erscheinen, seine Techniken beim Zaubern zu verbessern.
Eugenia versuchte auch, ihm das Fairplay bei Duellen und anderen Kämpfen nahe zu bringen, aber das war nichts, was Severus wirklich interessierte.
Er argumentierte, seine Feinde würden sich ja auch nicht daran halten. Eugenia ließ das nicht gelten und hielt ihm entgegen, dann müsse er eben noch besser werden, um sie trotzdem zu besiegen, aber sie stieß auf taube Ohren.
Nachdem, was sie wusste, das er schon erlebt hatte, konnte sie ihm das aber auch nicht allzu sehr verübeln.

Sie verbrachten so viel Zeit miteinander, dass es mittlerweile der ganzen Schule aufgefallen war, aber es kümmerte sie nicht mehr.
Noch immer waren sie scheu, was Berührungen betraf, aber sie hatten tatsächlich aus ihren Fehlern gelernt und so saßen sie manchmal händchenhaltend am See oder in sehr seltenen Fällen besonderer Nähe legte Severus ihr einen Arm um die Schulter.
An einem solchen Abend entstanden ihre Kosenamen und sie waren beide zutiefst erstaunt, was so ein simples Wort für eine tiefe Wirkung haben konnte.
Ohne es je ausgesprochen zu haben, galt ab diesem Moment eine stille Abmachung. Niemals würde es verletzende Worte in Verbindung mit diesen Kosenamen geben. Niemals.
Es war wie ein Schwur, nur dass sie beide ihn niemals aussprachen und doch hielten sie sich ihr Leben lang daran.

***

Am nächsten Tag erschien Eugenia am späten Nachmittag wieder in Spinners End. Severus war mittlerweile sicher gewesen, sie nie wieder zu sehen, doch er ließ sich sein Erstaunen nicht anmerken.
Müde sah sie aus und erschöpft, stellte er fest und er wunderte sich, dass nun doch wieder ein Gefühl der Sorge überwog.
Schweigend ließ er sie in der Küche Platz nehmen und wartete, bis sie sich aus seinen kümmerlichen Vorräten ein Sandwich und Tee bereitet hatte.
Sie aß hungrig und noch immer fiel kein Wort zwischen ihnen.
Schließlich wischte sich Eugenia den Mund ab, lehnte sich zurück und holte tief Luft.
Severus nahm sich ebenfalls eine Tasse Tee. ?Wo warst Du??
?Es ist nicht leicht?, erwiderte sie.
?Wäre es leicht, würde ich Deine Hilfe nicht benötigen.? Seine Stimme war kalt, jetzt, wo er sah, dass sie unversehrt war und jede Sorge unbegründet gewesen war, überwog wieder die Wut auf sie.
Sie winkte müde ab. ?Schon gut.?
Leise berichtete sie, wie sie alte Bekannte ihrer Familie im Ministerium und bei den Zeitungen kontaktiert hatte und vorsichtig versucht hatte herauszufinden, was man über den Verbleib der Familie Malfoy wusste, ahnte oder auch nur gerüchteweise verbreitete.
Das Ergebnis war niederschmetternd. Außer der Tatsache, dass Lucius noch in Askaban saß, war keine irgendwie relevante Information aufgetaucht.
So sehr sich Eugenia auch bemühte, ihren Teil der Abmachung gewissenhaft zu erledigen, allen ihren Bemühungen zum Trotz war keine Spur von Draco Malfoy oder seiner Mutter zu finden.
Es war dunkel geworden und Severus hatte das Feuer im Kamin entzündet.
Sie saßen in dem altmodischen Wohnzimmer und das Feuer tauchte ihre Gesichter in merkwürdige Schatten. Flackernde Flammen warfen Lichtreflexe, die ihrer beider Züge weicher erscheinen ließen. Milde schien von diesem Bild auszugehen, aber der Schein konnte trügen, das wussten sie beide sehr genau.
Severus verließ den Raum, um ihr einen Stärkungstrank zu holen und als er das Wohnzimmer wieder betrat, war sie in ihrem Sessel eingeschlafen.
Er betrachtete ihr friedliches Gesicht und plötzlich empfand er wieder dieses warme Gefühl, ein längst vergessenes Sehnen. Langsam streckte er die Hand aus und berührte ihr Gesicht, strich mit einer fast zärtlichen Geste über ihre Wange.
Eugenia schreckte hoch, wich mit einem Ausdruck von Panik zurück und erst, als sie erkannte, wo sie war und wer ihr gegenüber stand, beruhigte sich ihr rasender Herzschlag wieder.
?Du warst früher nie so schreckhaft.?
?Früher??, sie sah ihn traurig an. ?Früher war in einem anderen Leben.?
?Was ist passiert??
Sie schwieg.
Nach einiger Zeit fragte Severus sie leise: ?Was ist mit dem Kind??, er zögerte, schien die Worte kaum aussprechen zu können. ? ? mit meinem Sohn passiert??
Eugenia seufzte und wieder trat dieser Ausdruck tiefen Schmerzes in ihre Augen, als sie ihm leise von seinem Sohn erzählte.
Kurz nach seiner Geburt bekam er Fieber, ein Fieber, gegen das die Heiler im St. Mungos nichts tun konnten, weil es viel zu schnell stieg. Das winzige Wesen schien zu verbrennen und kein Heilzauber vermochte dem Einhalt zu gebieten. Er starb, bevor die Heiler auch nur herausgefunden hatten, was die Ursache des Fiebers war.
In diesen zwei Tagen am Krankenbett ihres Sohnes hatte Eugenia die schlohweiße Strähne in ihrem Haar bekommen.
Sie verließ das Krankenhaus, trug ihr Kind zu Grabe und versank in einer Welt aus Kummer und Schmerz.
Er hörte ihr schweigend zu und wieder erfasste ihn ein ungeheures Gefühl von Verlust. Es musste schrecklich für sie gewesen sein und sie hatte es alles alleine getragen. Sie hätten zusammen sein sollen, fuhr ihm der Gedanke durch den Kopf, aber er wischte ihn ebenso schnell fort, wie er gekommen war.
?Wann ist das alles geschehen??, fragte er weiter, um den schmerzhaften Moment zu durchbrechen.
?Vor fast genau zehn Jahren?, sagte sie müde, als hätte die Erzählung die Last wieder auf ihr Herz gelegt.
Er starrte sie an. Zehn Jahre. Sein Sohn wäre jetzt zehn Jahre alt und wäre bald soweit nach Hogwarts zu gehen. Er rief sich in Erinnerung, dass das das Hogwarts, an das er gedacht hatte, nicht mehr gab. Und nach allem, was geschehen war, wäre sein Sohn wohl auch nicht willkommen.
Er riss sich aus den Gedanken um das Kind, das es nicht gab und wandte sich wieder an Eugenia.
?Was ist danach geschehen? Was hast Du in den letzten zehn Jahren gemacht und wovor bist Du jetzt auf der Flucht??
Sie gab ein schnaubendes Lachen von sich.
?Quid pro quo, Severus. Ich habe Dir von unserem Kind erzählt, nun erzähl Du mir, warum Du den alten Mann getötet hast.?
Er schüttelte den Kopf. ?Das kann ich nicht, Genia. Selbst, wenn ich es wollte, ich könnte es nicht.?
Sie schwieg einen Moment, dann nickte sie.
?Nun gut, dann erzähl mir, warum Du den Malfoy-Jungen suchst. Und rede nichts von einem Schwur. Wäre ich es, die einen Schwur als Grund angegeben hätte, dann wäre es etwas anderes, aber Du hast noch nie viel auf diese Dinge gegeben, Severus. Du würdest jeden Schwur brechen, wenn er Dir lästig wird.?
Sehr leise erwiderte Snape: ?Ja, Du hast Recht, früher hätte ich einen Schwur gebrochen. Aber früher war ein anderes Leben.?
Er schwieg und Eugenia konnte sehen, dass er die Wahrheit sagte. Nun wirkte auch er müde und sie sagte: ?Verschieben wir das auf morgen, wir sind beide müde und etwas Schlaf täte uns gut.?
Ohne seine Antwort abzuwarten ging sie zur Tür.
Kurz bevor sie sie erreichte, ließ seine Stimme sie innehalten.
?Wie hieß er??
?Was??
?Unser Sohn.?
?Tobias.? In der plötzlichen Stille, die diesem Wort folgte machte sich eisige Kälte breit.
?Nach seinem Großvater?, fügte sie mit beißendem Spott in der Stimme hinzu.
Severus wurde blass.
?Du machst vor nichts halt, nicht wahr??
?Es gab damals keinen Grund für mich, vor irgendetwas halt zu machen, hast Du das vergessen, Severus?? Ihre Stimme war hart und gefühllos.
Damit verließ sie den Raum und ging nach oben in ihr Gästezimmer.
Severus blieb zurück. Ja, sie hatte Recht. Damals hatte es keinen Grund für sie gegeben, vor irgendetwas Halt zu machen.

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BeitragVerfasst: 26. Aug 2008 21:07 
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Liebe Lyth :knuff: ,
Ah, schön, es geht weiter. Und diesmal erfährt man ja so einiges von den beiden, sowohl in Gegenwart als auch in der Vergangenheit.

Zitat:
Kurz bevor sie ihr Abteil im Hogwarts-Express in London verließen, fasste Eugenia all ihren Mut zusammen, beugte sich vor und gab Severus einen flüchtigen Kuss. Dann drehte sie sich um und lief aus dem Zug, bevor er irgendwie reagieren konnte.
Diese Berührung war nur ein wenig mehr, als ein Windhauch, aber sie veränderte alles.

Der winzige Kuss war nur eine Kleinigkeit, aber er war eine Aussage, die Severus eine Menge nachzudenken in die Ferien mit gab.
Für Eugenia war diese Aussage das Ergebnis ihrer tiefsten Gefühlserforschungen und es war der größte Aufwand an Mut, den sie jemals gebraucht hatte, um etwas zu tun.

Es ist so schön, wie du das schreibst.
Nach ihrer eigenen Reaktion damals auf Severus's ersten Annäherungsversuch ist es verständlich, dass Eugenia es vorzieht erst einmal direkt zu verschwinden. So hat Severus schließlich die ganzen Ferien Zeit, diese Gefühlsäußerung zu verkraften.*grins*

Zitat:
Eugenia hatte es mit Severus Hilfe geschafft, die UTZ-Klasse für Zaubertränke zu erreichen. Mit unglaublicher Geduld hatte er ihr immer wieder die Wirkweisen der verschiedenen Ingredienzien erklärt, die Magie, die in einen Trank mit einfloss und mit ihr die exakte Vorbereitung der Zutaten geübt.
Wieder und wieder hatte er ihr die Eigenarten der einzelnen Stoffe erklärt und sie abgefragt über Wechselwirkungen und mögliche Probleme bei der Zubereitung.

*lach* Wenn man bedenkt mit wieviel "Geduld" Snape später mit Leuten sprich Schülern umgeht, wenn sie sich in Zaubertränke schwer tun, ... ich glaube, in nichts drückt sich mehr aus wie wichtig ihm Eugenia ist.

Zitat:
Sie hatte von Nicholas gelernt, dass man, wenn man Wert auf Fairplay legte und sich weder den Überraschungseffekt, noch Hinterlist zu Nutze machte, es alles auf Schnelligkeit und Präzision ankam. Der Zauberstab durfte nicht zucken oder zittern, die Gedanken durften nicht eine Sekunde abschweifen, der Blick durfte sich nicht einen Lidschlag lang vom Ziel lösen.
Man durfte sich keinerlei Ablenkung erlauben und musste mit voller Konzentration dabei sein.
Er hatte sie gelehrt, ihre Atmung zu kontrollieren und durch bestimmte Techniken ihren Körper in Ruhe zu versetzen.
Er hatte ihr beigebracht, ihre Gedanken zu fokussieren und jede geistige Ablenkung zu ignorieren. Sie hatte lernen müssen, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten und im Augenblick des Kampfes kühl und überlegt zu bleiben.

Es gefällt mir gut, wie du beschreibst wie Nicholas ihr das Zaubern beigebracht hat. Es erfordert von ihr ein hohes Maß an Selbstdisziplin, etwas das wir ja auch im Erwachsenendasein sehr gut von Severus kennen. Du hast es ihn also von Genia lernen lassen, cooler Gedanke.
Und da er den Grundgedanken des Fairplay nicht annehmen will macht ihn das dann natürlich später zu einem sehr viel gefährlicheren Gegner, denn er ist schnell, diszipliniert und listig.

Zitat:
Niemals würde es verletzende Worte in Verbindung mit diesen Kosenamen geben. Niemals.
Es war wie ein Schwur, nur dass sie beide ihn niemals aussprachen und doch hielten sie sich ihr Leben lang daran.

Aaaah, so also läßt du sie eine Möglichkeit finden auch liebevoll miteinander umzugehen.*grins* Was für ein hübsches Hintertürchen.
Zitat:
Zitat:
Wie hieß er??
?Was??
?Unser Sohn.?
?Tobias.? In der plötzlichen Stille, die diesem Wort folgte machte sich eisige Kälte breit.
?Nach seinem Großvater?, fügte sie mit beißendem Spott in der Stimme hinzu.
Severus wurde blass.
?Du machst vor nichts halt, nicht wahr??
?Es gab damals keinen Grund für mich, vor irgendetwas halt zu machen, hast Du das vergessen, Severus?? Ihre Stimme war hart und gefühllos.

Tobias????
O.k., diese Wendung ist ja jetzt wieder mal ausgesprochen interessant und so läßt du einen mit der dementsprechenden Neugierde dasitzen. Aber ... laß mich nur ein wenig schmollen, denn auch das gehört ja schließlich zu einer guten Geschichte dazu, nämlich dass es spannend bleibt.
Somit harre ich der Dinge, die da kommen, sprich deinem nächsten Posting!
Bis bald,
Sev


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Hey Sev :knuff:

sorry, dass es so lange gedauert hat bei mir, aber ich war bissl im Stress in der letzten Zeit .

Vielen Dank für dein Review, ich finds toll, wie du so mitgehst! Es macht total Spaß, deine Reviews zu lesen.

Zitat:
*lach* Wenn man bedenkt mit wieviel "Geduld" Snape später mit Leuten sprich Schülern umgeht, wenn sie sich in Zaubertränke schwer tun, ... ich glaube, in nichts drückt sich mehr aus wie wichtig ihm Eugenia ist.

Da triffst du die Sache im Kern. Es ist nur sein Interesse und seine Zuneigung, die ihn so geduldig machen, etwas, das ihm später total fehlt.

Zitat:
Es gefällt mir gut, wie du beschreibst wie Nicholas ihr das Zaubern beigebracht hat. Es erfordert von ihr ein hohes Maß an Selbstdisziplin, etwas das wir ja auch im Erwachsenendasein sehr gut von Severus kennen. Du hast es ihn also von Genia lernen lassen, cooler Gedanke.

Danke *freu*
Es gibt zwar keine Anhaltspunkte für solches Verhalten von ihm in den Büchern, aber ich dachte mir, das passt gut, da er ja ansonsten extrem diszipliniert ist, wenns drauf ankommt.

Zitat:
Tobias????
O.k., diese Wendung ist ja jetzt wieder mal ausgesprochen interessant und so läßt du einen mit der dementsprechenden Neugierde dasitzen.

Soviel Neugierde ist da nicht vonnöten, es war einfach nur eine extrem grausame Spitze von ihr, mehr nicht. In der Sache kommt nix mehr nach.

Und nun geht es auch gleich weiter, ich entschuldige mich noch mal für die lange Wartezeit!

/hugs
Lyth

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"I can't go back. But I can appreciate what I have right now. And I can define myself by what I am, instead of what I'm not."
"And what are you?"
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Dr. Stephen Franklin, Babylon 5


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The madness within can be a gift...
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BeitragVerfasst: 4. Sep 2008 15:31 
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Siebtes Kapitel

? in dem ein merkwürdiger Vergleich gezogen wird

Eugenia Kasparian trug schon immer eine schwere Last mit sich herum. Sie hatte niemals das Gefühl gehabt, es ihrem Vater recht machen zu können, aber sie hatte auch niemals herausgefunden, woran das lag.
Es hatte sich alles noch verschlimmert, als ihre Mutter vor einigen Jahren gestorben war, und nun war er einfach fort.
Sie hatte kurz vor dem Ende des Schuljahres einen Brief erhalten, in dem er ihr mitteilte, er werde für einige Jahre auf eine Expedition nach Neuguinea gehen, um ein Buch über alte Riten zu schreiben.
Es wäre alles arrangiert, dass sie die Ferien bei Nicholas? Familie verbringen könne und nach ihrem siebten Schuljahr wäre sie ja ohnehin volljährig und könne auf eigenen Beinen stehen.
Es war ein Schock.
Severus versuchte ihr beizustehen, aber diese Mitteilung hatte den alten Kokon aus Unnahbarkeit und Ablehnung um sie herum wieder auferstehen lassen.
Sie zerknüllte den Brief und meinte nur kühl, es wäre ja wenigstens alles arrangiert, so dass sie keine Mühe damit hätte.

Die Zeit, die sie bei der Familie ihres Cousins verbrachte war nicht schlecht, im Gegenteil, eigentlich hatte sie noch nie so schöne und fröhliche Ferien gehabt.
Und sie erfuhr im Haus ihres Onkels teils direkt durch Fragen, teils indirekt durch aufmerksames Zuhören und Beobachten, was der Grund für das Verhalten ihres Vaters ihr gegenüber war.

Ihr Vater war der jüngere Bruder von Nicholas? Vater. Er fühlte sich immer weniger wert als der größere Bruder, der gut aussah, begabt war und schon als sehr kleines Kind über jede Menge Charme verfügte. Eugenias Vater war schon sehr früh ein verstocktes Kind und er wollte immer seinen Bruder in irgendetwas übertrumpfen.
Das Konkurrenzdenken wurde immer schlimmer und endete nie, nicht einmal, als die Brüder erwachsen waren und das Elternhaus verließen.
Sie heirateten beide fast zur gleichen Zeit trotz ihres Altersunterschiedes, aber Nicholas wurde als erster geboren.
Ein ebenso charmantes und begabtes Kind wie sein Vater, wie sich in den ersten Lebensjahren herausstellte und an Eugenias Vater nagte wieder der alte Neid.
Es dauerte sechs Jahre, bis auch seine Frau ein Kind gebar. Anstelle des vom Vater so sehnlich erhofften Sohnes war es Eugenia, die das Licht der Welt erblickte.
Es war eine komplizierte Geburt gewesen und nun konnte seine Frau keine weiteren Kinder mehr bekommen.
Ihr Vater ließ sich äußerlich nichts anmerken, allerdings waren seine Ansprüche an die Leistungen seiner Tochter unerfüllbar hoch. Sie kämpfte und bemühte sich, seine Anforderungen zu erfüllen, war aber immer zum scheitern verurteilt. Nichts auf der Welt hätte sie sich mehr gewünscht, als ein Lob aus dem Mund ihres Vaters, ein Zeichen von Anerkennung oder gar Zuneigung. Aber der Vater blieb hart und unnahbar und Eugenia sah es als ihr persönliches Versagen an. Wenn sie besser wäre, dann würde er sie doch auch lieben, nicht wahr?
Ihre Mutter war liebevoll und zärtlich, aber das ersetzte Eugenia nicht das, was sie sich im Leben am Meisten wünschte.
Während ihres ersten Jahres in Hogwarts starb ihre Mutter durch eine Explosion an ihrem Arbeitsplatz und Eugenia erfuhr von da an zuhause nur noch das kalte Gefühl nicht erfüllter Erwartungen, das ihr Vater ihr entgegenbrachte.

Als sie am Ende der Ferien zurück nach Hogwarts kam, hatte sie viel gelernt. Sie war verändert, aber das fiel nur Severus auf. Er beobachtete sie genau und kam schließlich zu dem Schluss, dass die Veränderung keine Bedrohung für ihn und für ihre Beziehung war. Obwohl er es gerne gewusst hätte, fragte er sie nicht, was während der Ferien passiert war und sie erwähnte es nicht von sich aus. So gingen sie nach einer Weile zum Alltag über und widmeten sich ganz den Vorbereitungen auf die finalen Prüfungen und ihren privaten Aktivitäten.

***

Am Tag nach dem Gespräch über den Namen des Kindes herrschte Schweigen zwischen den Beiden. Es war, als fürchteten sie sich vor dem, was sie sich noch sagen konnten und so schwiegen sie lieber.
Als sie in der Küche aneinander vorbei gingen, stieß Eugenia aus Versehen gegen Severus? Arm und er konnte einen leisen Schmerzensschrei nicht unterdrücken.
Erschrocken sah sie ihn an, aber er versuchte eine unbeteiligte Miene aufzusetzen.
?Entschuldigung?, sagte sie irritiert und musterte sein Gesicht. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn.
Langsam streckte sie die Hand aus und berührte seinen Arm. Er zuckte zurück und Eugenia runzelte die Stirn.
?Was hast Du da??, fragte sie vorsichtig.
?Nichts.?
?Severus, ?nichts? sieht anders aus, glaub mir. Ich erkenne eine Verletzung, wenn ich den Verletzten sehe.?
Er wollte sich von ihr wegdrehen.
?Lass mich das ansehen? bitte.? Ihre Stimme klang plötzlich sanft.
?Es ist nichts, ich komme schon zurecht.?
?Sevus, ich kann so etwas. Weißt Du noch? Ich war immer gut in diesen Sachen.?
Er seufzte.
?Nun komm schon, stell Dich nicht so an. Setzt Dich da hin und zeig mir Deinen Arm.?
Sie zeigte auf die Stühle, die um den Tisch herum standen.
Er rührte sich noch immer nicht.
?Bitte. Wenn ich schon meinen Teil unserer Abmachung nicht erfüllen kann, weil ich keine Spuren finde, dann lass mich wenigstens auf andere Weise nützlich sein.?
Severus seufzte noch einmal, dann setzte er sich und krempelte vorsichtig seinen Ärmel hoch.
Das untere Ende einer tiefen Wunde wurde sichtbar, aber der Ärmel ließ sich nicht weiter hochschieben.
Eugenia schnaubte.
?So wird das nichts. Zieh Dein Hemd aus.?
Severus starrte sie an, rührte sich aber nicht.
?Nun mach schon.? Sie zückte ihren Zauberstab. ?Oder willst Du, dass ich den Ärmel so entferne??
Widerwillig zog Severus sein Hemd aus und legte seinen Arm auf die Tischplatte.
Eugenia bemerkte die zahlreichen Narben auf seinem Brustkorb, sagte jedoch nichts dazu. Wie auch immer sein Leben in den letzten Jahren verlaufen war, in Punkto Schmerz schien es ihrem in Nichts nachzustehen, dachte sie. Dann sah sie sich die Wunde genauer an.
Sie war verkrustet und notdürftig mit Salben versorgt worden, soviel konnte sie sehen, aber was auch immer an Versorgung da gewesen war, und sie vermutete, dass Severus das in Eigenregie übernommen hatte, es war bei Weitem nicht ausreichend.
Seufzend inspizierte sie die Verletzung genauer, ignorierte seine leisen Schmerzenslaute, als sie Salbenreste und Krusten entfernte, bis sie die Wunde ausreichend gereinigt hatte.
?Das sieht merkwürdig aus. Wie bist Du dazu gekommen??
?Ein Hippogreif.?
?Ein Hippogreif? Ich dachte, Du wärest klug genug, diese Tiere zu meiden.?
?Ich hatte nicht wirklich eine Wahl. Die Situation war? vertrackt.?
?Aha. Wo hast Du Verbandmaterial und Salben??
Er erklärte es ihr und sie verschwand, um kurz darauf mit den benötigten Materialien zurück zu kommen. Sorgsam behandelte sie die Wunde, trug eine Tinktur auf, sprach einen Heilzauber und legte dann einen Verband an. Sie tat all das so konzentriert und routiniert, dass Severus den Eindruck bekam, dass sie so etwas in den letzten Jahren dauernd gemacht haben musste.
Ihre Finger fühlten sich sanft und warm auf seiner Haut an und obwohl ihm die Wunde nicht unerhebliche Schmerzen bereitete, spürte er doch, wie angenehm sich ihre Berührungen anfühlten. Und auch wenn es schon so lange zurück lag, ungefragt drängten sich Erinnerungen an ihre Berührungen in sein Bewusstsein. Es schob sie von sich, empfand aber doch ein leichtes Bedauern dabei, dann sah er ihr wieder bei der Versorgung der Wunde zu.
Schließlich war sie zufrieden.
?Ich werde regelmäßig nach der Wunde sehen und ich erwarte, dass Du mich das ohne Widerrede tun lässt.? Sie klang bestimmt, aber doch besorgt und er nickte stumm.
Nach einer Weile sagte sie: ?Willst Du mir erzählen, wie es dazu kam, dass Dich ein Hippogreif angegriffen hat??
?Du gibst nicht auf, nicht wahr Genia??, sein Gesichtsausdruck war leicht amüsiert.
?Hey, Du schuldest mir noch die Geschichte, warum Du die Malfoy-Brut suchst, Sevus.?
?Nenn ihn nicht so. Er ist kein schlechter Kerl.?
?Jeder Malfoy ist schlecht, das solltest Du wissen, Severus.?
?Draco kann noch eine Chance haben, er hat noch keinen irreversiblen Fehler gemacht.?
?Merlin, was sind das für Töne von Dir??
Er seufzte. Eigentlich wusste er selber nicht, wieso er Draco in Schutz nahm.
Eugenia musterte ihn interessiert.
?Du denkst doch nicht, dass, wenn Du jetzt einen Jungen auf irgendeine Weise rettest, Du damit irgendetwas wieder gut machst an einem anderen Jungen, oder??
Sie hatte die Augebrauen spöttisch gehoben, aber ihre Stimme klang weich. Severus wusste nicht, was er dazu sagen sollte, aber er würde sich um keinen Preis der Welt auf dieses Gespräch mit ihr einlassen.
?Red? keinen Unsinn.? Seine Stimme klang härter, als er es beabsichtigt hatte und irgendwie hohl.
Eugenia hörte nicht auf, ihn zu mustern.
?Severus, ich habe den Verdacht, Du siehst in dem Malfoy-Jungen etwas, das ist nicht ist, das er nicht sein kann.?
Er versuchte sie zu ignorieren, aber sie fuhr unerbittlich fort. ?Du kannst diesen Verlust niemals durch irgendetwas ausgleichen, glaube mir das. Also fang gar nicht erst an, Dir eine Illusion aufzubauen, noch kannst Du Dich dagegen wehren.?
Sie legte ihre Hand auf die seine, die noch immer auf dem Tisch lag. ?Mach nicht die gleichen Fehler, die ich gemacht habe, Sevus. Es kann die Seele töten.?
?Ich habe keine Ahnung, was Du meinst, aber Du kannst Dir Dein Seelengerede sparen. Meine Seele ist vor langer Zeit gestorben.? Er entzog ihr seine Hand, stand auf und verließ ohne ein weiteres Wort den Raum.
Eugenia starrte auf ihre Hand, unter der seine eben noch gelegen hatte und murmelte fast unhörbar: ?Das glaube ich nicht, Sevus. Ich habe tote Seelen in den Augen von Menschen gesehen und Deine ist davon weit entfernt.?
Dann legte sie sich die Handfläche an ihre Wange und schloss die Augen.

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BeitragVerfasst: 5. Sep 2008 07:52 
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Hallo meine Süße, :knuff:

ich lese jetzt schon wieder mit, seit du angefangen hast, die FF zu posten.
Und ich bin wieder genauso fasziniert wie beim ersten Lesen.

Lyth, dein Stil bringt mich dazu, mit den Figuren zu lachen und zu weinen und ich beneide dich um dieses Talent.
Nicht jeder Schriftsteller schafft es, seine Hauptfiguren so darzustellen, und ich habe in der letzten Zeit mehrere Bücher gelesen, bei denen nie Mitgefühl oder Symphatie mit den Handelnden aufkam.
Das sind keine Bücher, die ich noch einmal lesen würde.

Deine FFs dagegen kann ich immer wieder lesen, ohne den Spaß daran zu verlieren.
Ich danke dir dafür, dass du uns daran Teil haben lässt.

:bussi:

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The madness within is burning in me day and night and gives me the power to live.


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