Balsam für die Seele

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BeitragVerfasst: 3. Jan 2008 22:08 
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Hey, das geht doch nicht. *lauthals protestier*

Zwei Kapitel ... wie soll ich denn da nach kommen.

Kapitel 3

Eine Elbin, die nicht reiten kann ... *gröhl*
Irgendwie eill diese Vorstellung allerdings nicht so recht in meinen Kopf.

Zitat:
?Ich brauche keinen Unterricht, ich kann reiten!? behauptete sie mit einer solchen Überheblichkeit, dass sogar Enelya ihr beinahe geglaubt hätte.

*weglach*
Bis sie vom Pferd fällt ... *kicher*

Einen riesigen Hirsch schießen ... ich bezweifle, dass Nienna das fertig bringen würde. *giggel*
Sie bringt es nie im Leben übers Herz, einem Tier etwas anzutun - nicht einmal Legolas zuliebe.

Zitat:
?Irgendwie musste ich ja rechtfertigen, dass ich mich auf einem Tier befinde, das viel zu groß für mich ist und versuche, von seinem Rücken aus einen dämlichen Hirsch zu erschießen?, meinte Nienna und zuckte mit den Achseln.

:lool: :lool: :lool:

Zitat:
?Da kommt sicher noch mehr!? rief Nienna begeistert und richtete den Pfeil auf das Dickicht. Als etwas aus den Bäumen hervorbrach, ließ sie den Pfeil los.

Irgendwie wage ich es zu bezweifeln, dass sie jetzt einen Hirsch getroffen hat.
Bestimmt eher etwas Zweibeiniges. :mrgreen:

Eldaron hat es erwischt ... der Arme. *nicht sehr überzeugend Mitleid heuchle*

Zitat:
Sie kam zeitgleich mit Elrohir, der ein angestrengtes Gesicht machte, bei dem blassen Elben an. Enelya konnte sich nicht erklären, warum er so gequält aussah, doch sie beschloss, zu einem besseren Zeitpunkt darüber zu grübeln.

Hier kam ich auch ins grübeln, aber

Zitat:
?Jemand muss Lady Nienna den Bogen abnehmen, sonst fühle ich mich unsicher!? Und mit diesen Worten platzte das Lachen, dass er und sein Bruder so angestrengt zurückgehalten hatten, heraus und schallte durch den Düsterwald.

das wurde ja hier geklärt. :lool:

Kapitel 4

Zitat:
?Warum schließt sie die Augen beim Schlafen?? Das Elbenkind verfügte über einen wirklich gesunden Wissensdurst.

Da Elben ja zum Ausruhen geruhsam durch die Wälder laufen, ist das eine berechtigte Frage.
Aber die geschlossenen Augen sollten ja wohl auch eher der Tarnung dienen - wobei das Ziel damit allerdings völlig verfehlt wurde. :fg:
Wer ist dieses Kind eigentlich?

Zitat:
Sofort wandte Nuinel die Strategie auf Enelya an, die sich ihre nun notwendige Stärke und Härte bewusst machte. Sie würde sich nicht von diesem manipulativen Miniatur-Elben hereinlegen lassen. Es ging ums Prinzip.

Da bin ich doch mal sehr gespannt, ob Enelya Nuinel widerstehen kann. ;)

Zitat:
?Sie ist eine Gefahr für uns?, murmelte Enelya Nienna zu.
?Wieso??
?Zusammen mit dir ergibt sie eine Summe, die unweigerlich auf Bestrafung durch den König hinausläuft.?

O je, das klingt ja sehr verheissungsvoll für uns Leser - nicht aber für die beiden Elbinnen.

Zitat:
Ihr Herz gehörte dem Prinz des Waldelbenreiches, würde immer ihm gehören. Doch irgendwann war dieses Wissen so schmerzhaft geworden, dass sie es tief in sich verborgen hatte und in langen Stunden der Wache hatte sie sich von ihm verabschiedet. Nur aus ihren Träumen ließ er sich nicht so leicht verbannen.

Enelya tut mir richtig leid.
Für sie war das Ganze nicht nur Spiel, es ist bitterer ernst draus geworden.
Sie liebt ihn ohne Hoffnung für sich selbst. *schnief*
Und Nienna versteht sie in tiefster Seele.

Da erbarmen sich die Beiden und geben Nuinel Bogenunterricht und da taucht doch tatsächlich Legolas auf.
Ich bin nur froh, dass er nicht in der ersten Szene von einem Pfeil durchbohrt wurde, den die Kleine abgeschossen hat. :lol:

Zitat:
?LEGOLAS!? quietschte Nuinel. Den Bogen drückte sie Nienna in die Hand, dann sprang sie auf den Prinzen zu. Mit einer anmutigen Geste verneigte sie sich und hüpfte ihm in die Arme.

Eine Geste, um die sie in diesem Moment zwei erwachsene Elbinnen beneiden. :mrgreen:

Zitat:
?Der Bogen war zu groß für dich?, sagte Legolas, als sie außer Hörweite waren. Nuinel nickte eifrig. ?Um eine Tawarwaith zu werden, musst du noch wachsen.?

Süß ist er, wie er mit dem Kind umgeht.
Er wird bestimmt einmal ein guter Vater. ;)

Das waren wieder zwei schöne Kapitel, Süße.
Ich bin gespannt, was sich Nienna und Enelya sich noch so alles einfallen lassen.

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The madness within is burning in me day and night and gives me the power to live.


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BeitragVerfasst: 7. Okt 2008 13:54 
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Hey liebste Lil!

Die Leser warten gespannt auf die Fortsetzung der Plagen! Gib' ihnen eine Grund für weitere Heiterkeitsausbrüche und Lachanfälle, wenn Nienna ihren nächsten Plan in die Tat umsetzt!

LG deine Goosy

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Stolzes Rudelmitglied
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BeitragVerfasst: 14. Okt 2008 11:49 
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Hey liebstes Minchen! :jubel: :knuff:

Ich danke dir herzlich für dein Review! Ich musste dauernd kichern beim Lesen... :mrgreen: Du kennst Nienna ja recht gut, wenn du annimmst, dass sie keinem Hirsch etwas zuleide tun kann... *ggg*
Zitat:
Ich bin nur froh, dass er nicht in der ersten Szene von einem Pfeil durchbohrt wurde, den die Kleine abgeschossen hat.

Das hätte gerade noch gefehlt... Mit Nienna als Lehrerin kann sowas auch passieren... :mrgreen:

Und weiter gehts also...
Seit unserem letzten Besuch im Düsterwald sind zwei Jahrhunderte vergangen...



Nächtliche Wache

Nebel hing zwischen den Bäumen, unter denen es noch dazu so dunkel war, dass der Wald seinem Namen alle Ehre machte. Doch den Augen der Elben entging nichts, so dass, selbst wenn sich eines der düsteren Schöpfungen des Waldes dazu entschließen sollte, die Gruppe von Elda anzugreifen, sie früh genug gewarnt wären und sich verteidigen konnten.
Dennoch war ein Ritt, der in die Nähe des Süden von Düsterwald ging, nichts, wofür man sich leichtfertig zur Verfügung stellte. Jeder einzelne Elb, der die Gruppe begleitete, wusste, worauf er sich eingelassen hatte. So auch Enelya, die in Gedanken versunken die Nachhut der Elben bildete und den Weg hinter sich trotzdem scharf im Auge behielt.

Endlich, nach mehreren Stunden des Rittes, gab Eldaron das Zeichen, ein Lager zu errichten und zu rasten. Sie unterdrückte das erleichterte Seufzen, das ihrem Mund entschlüpfen wollte, rasch. Eine Tawarwaith seufzte nicht. Statt dessen klopfte sie ihrem Pferd Alagos liebevoll den Hals und ließ sich zu Boden gleiten.

?Gut gemacht, mein Freund?, murmelte sie und lehnte ihre Stirn an seinen Kopf. Das Pferd stand ganz still und genoss den Kontakt mit seiner Elbin. Dann verwuschelte sie liebevoll seine Mähne und sattelte ihn ab.
?Das ist ein sehr schönes Tier, Lady Enelya?, hörte sie eine Stimme hinter sich. Sie drehte sich um und ihr Magen sank um einiges, als sie den Prinzen erkannte, der sich ihr näherte. Er verbeugte sich vor ihr und lächelte sie höflich an. Trotz der Horde von Schmetterlingen in ihrem Bauch erwiderte sie sein Lächeln und neigte den Kopf zum Dank.
?Das ist er?, bestätigte sie und prüfte den Boden auf seine Feuchtigkeit. Nachdem die Untersuchung nicht zu ihrer Zufriedenheit ausgefallen war, ging sie ein paar Schritte zu einem der Bäume und hängte den Sattel über einen Ast, wobei sie von ganzem Herzen hoffte, dass Legolas ihre Unsicherheit und Nervosität nicht auffielen.
Die Gelegenheiten, bei denen sie mit ihm alleine gewesen war, beziehungsweise ohne Nienna, konnte sie an einer Hand abzählen. Noch dazu hatte sie in der letzten Zeit ihr Herz so sehr vor allen Gefühlen für ihn verschlossen, in der Hoffnung, sie könnte ihn endlich vergessen, dass es ihr beinahe surreal vorkam, mit ihm zu sprechen. So oft hatte sie in der letzten Zeit von ihm geträumt, denn auf ihre Träume hatte sie keinen Einfluss und so sehr sie auch tagsüber den Gedanken an ihn verdrängte, in der Nacht kehrte alles wieder, was sie tief in sich vergraben hatte.

Enelya zwang sich, unbeteiligt auszusehen und ihre Knie dazu zu bringen, mit dem Zittern aufzuhören und kehrte zu Legolas und Alagos zurück.
Der Prinz hatte den Arm etwas angewinkelt und ließ seine Hand von dem braunen Pferd beschnuppern. Zu ihrem großen Erstaunen schien der Hengst an Legolas Gefallen zu finden, denn er gestattete es ihm sogar gnädig, ihn zu streicheln.
Fasziniert trat sie neben Elb und Tier und lächelte den Prinzen offen an. ?Für gewöhnlich mag er keine Fremden?, erklärte sie ihm ihre Begeisterung.
Legolas Augen waren warm, als sein Blick von Alagos auf sie fiel. ?Tatsächlich??
Ihr wurde mit einem Mal noch flauer in den Knien. ?Er lässt sich noch nicht einmal immer von Nienna halten?, fügte sie hinzu und hoffte, dass ihre Stimme nicht zitterte.
?Nun ja, ohne Eurer Freundin zu nahe treten zu wollen, aber sie scheint Pferde im allgemeinen nicht sehr zu mögen. Also warum sollen die Tiere dann sie mögen?? Der Blick des Elben funkelte verschmitzt.
?Es ist nicht so, als würde Nienna sie nicht mögen?, widersprach Enelya und ihre Augen leuchteten beim Gedanken an ihre Freundin. ?Es ist wohl eher so, dass sie nicht einsieht, warum sie sich auf sie darauf setzen soll.?
Legolas lachte auf. ?Sie ist sehr unkonventionell?, bemerkte er und musterte Enelyas strahlendes Gesicht.
?Was in manchen Kreisen auch als verrückt gilt?, entgegnete sie und musste tatsächlich kichern, was sie mehr als nur erstaunte.
?Das würde ich nun nicht behaupten!? sagte der Prinz und sah mit einem Mal trotz ihrer angespannten Lage mehr als vergnügt aus. Wenn Enelya es nicht besser wüsste, würde sie denken, dass es das Gespräch war, dass Legolas fröhlich stimmte. Doch das konnte nicht sein.
?Ist Euer Hauptmann der gleichen Meinung?? fragte Enelya leise und grinste.
?Die beiden hatten ihre Differenzen, und ich fürchte, bisher ist es noch nie zu einer Einigung gekommen. Ich nehme an, Eldaron ist recht nachtragend, was seinen Oberschenkel angeht.?
Nun lachte Enelya, bis sie kaum noch Luft bekam. ?Dabei tut es ihr wirklich sehr leid. Als Heilerin ist es ihr zuwider, Wesen Schmerz zuzufügen?, sagte sie, als sie wieder ernst war.
?Das glaube ich ihr auch. Allerdings führt diese Geschichte doch immer wieder zur Erheiterung, und das ist letzten Endes doch sehr positiv.?
?Ich bezweifle, dass Eldaron es für positiv hält?, erwiderte Enelya. Legolas grinste und streifte, als er die Hand von Alagos Kopf sinken ließ, wie zufällig die ihre. Pures Adrenalin schoss durch Enelyas Körper, ließ ihr Herz schneller schlagen, beinahe rasen und rötete ihre Wangen. `Eru, bitte nicht´, bat sie stumm. `Lass es ihn nicht merken!´
?Ich werde mein Pferd absatteln?, meinte Legolas und warf einen Blick zu seiner Schimmelstute hinüber. Enelya war beinahe dankbar, dass er sie verlassen würde. So sehr sie seine Nähe genoss, es war fast zuviel des Glücks, ihn bei sich zu wissen. Sie verneigte sich stumm und er lächelte leicht, als er noch einmal den Oberkörper zu ihr wandte. ?Wir sehen uns später, Lady Enelya?, sagte er leise und entfernte sich.
?Das hoffe ich?, flüsterte sie und hätte sich im nächsten Augenblick am liebsten verflucht, dass all ihre Mühe, all ihre Arbeit, ihn zu vergessen, scheinbar umsonst gewesen war.

~*~*~*

Dunkelheit umgab sie, doch ihre Elbenaugen kamen auch mit wenig Licht aus. Da sie ohnehin nicht würde schlafen können, da war sie sich sicher, hatte sie sich zur ersten Wache gemeldet. Die übrigen ihrer Gefährten hatten sich zur Ruhe gelegt, was für Elben ungewöhnlich war, aber ihr Auftrag war gefährlich und überaus anstrengend gewesen. Glücklicherweise war niemand von ihnen verletzt worden, auch wenn es an den Kräften der Elben gezehrt hatte, die nur selten schliefen, wenn sie sich auf einer Mission befanden.
Enelya starrte ins Leere und verdrängte den Gedanken an Legolas. Es gelang ihr nicht. Noch immer spürte seine Hand, die auf so unschuldige und arglose Weise die ihrer berührt hatte, seinen Blick auf ihrem Gesicht und die Röte wollte aus ihrem Gesicht nicht weichen.

Dabei hatte sie ihre sämtliche Kraft aufgewendet, ihr Herz dazu zu bringen, sich zu verhärten und ihn zu vergessen. Seine Nähe bedeutete ihr mit den Jahren alles, so viel, dass sie fast den Halt zu verlieren drohte. Ihr fehlte das heitere, vergnügte Wesen Niennas, die aus ihrer Liebe zum Prinzen Kraft und Kreativität gewann. Ihn zu sehen, war nicht nur etwas, das ihr Herz höher schlagen ließ, es schien gleichzeitig zu zerbrechen und nichts konnte diese Entwicklung aufhalten.

Als ihre Qual und ihrer Sehnsucht so schlimm war, dass sie es nicht mehr ertragen konnte, schlich sie sich eines Nachts durch den Palast zu Nienna und klopfte an ihre Tür. Die Freundin öffnete noch angezogen, weil sie an einem Trank gearbeitet hatte.
?Kann ich...?, hatte Enelya gesagt, nur noch mit Mühe die Tränen zurückhaltend. Nienna hatte sie wortlos hereingezogen, etwas, das sehr ungewöhnlich für die quirlige Elbin war. Sie schien Enelya in die Seele gesehen zu haben und etwas erkannt zu haben, dass sie zutiefst erschreckte.
Nienna hatte sie auf einen Sessel geschoben und sich vor sie gekniet. ?Was bei allen Valar ist passiert??
?Ich... weiß nicht...? Dann war alles aus ihr hervorgesprudelt, all ihr Leiden und ihre Gedanken. Nienna hatte sie reden lassen, nichts entgegnet, außer, dass sie sie von Zeit zu Zeit bestürzt in den Arm genommen hatte, wenn Enelya zu aufgebracht und verzweifelt war, um weiter zu sprechen.
Nachdem sie von all dem Aufruhr in ihrem Herzen und ihrer Seele erzählt hatte, hatte sie nur noch die Arme um den Körper geschlungen und geweint. Hilflos war Nienna neben ihr gesessen und hatte ihr schließlich einen Trank gegeben, der ihr einen traumlosen Schlaf ermöglichen sollte. In dieser Nacht hatte sie auf diesem Sessel geschlafen, tief und erschöpft, behütet von Nienna, die bei ihr geblieben war.

Danach war es ihr einigermaßen gelungen, ihr Innerstes zu verschließen und die Gegenwart des Prinzen weitestgehend zu meiden. Bis heute war es ihr gelungen, korrigierte sich Enelya. Sie hatte sich gelegentlich mit anderen Elben unterhalten und höflich genickt, wenn sie mit ihr sprachen, doch war ihr Herz immer kühl geblieben. Schon beinahe hatte sie begonnen zu glauben, dass ihr dieses Schicksal von den Valar auferlegt worden war. Dass sie kalt und unbeteiligt bleiben würde, für immer von der Liebe verschmäht.

?Lady Enelya?, sagte eine Stimme leise, damit sie sich nicht erschreckte. Sie drehte sich zum Lager der Elben um und erkannte den Prinzen, der im Dunkeln auf sie zukam. Seine Füße bewegten sich lautlos auf dem Waldboden. Sein Gesicht konnte sie nicht sehen, aber an seiner Stimme hörte sie sein Lächeln. ?Darf ich Euch Gesellschaft leisten??
Enelyas Herz schlug ihr bis zum Hals, doch wer war sie, dass sie dem Prinzen dieses Waldes verbot, sich aufzuhalten, wo immer er wollte?
?Es wäre mir eine Ehre?, sagte sie daher, sich an ihre Manieren erinnernd. Er neigte den Kopf und trat neben sie.

Eine Weile schwiegen sie, was Enelya wunderschön und beunruhigend zugleich vorkam. ?Könnt Ihr nicht schlafen?? fragte sie und hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen. Nienna konnte es sich leisten, respektlose Fragen zu stellen. Sie nicht.
Der Prinz schüttelte den Kopf, sein helles Haar raschelte auf seiner Brust, denn er hatte das lederne Überkleid ausgezogen. ?Ich dachte über etwas nach?, erklärte er und mit einem Mal wandte er den Kopf zu ihr.

Sie konnte bloß nicken und fühlte sich so verloren. Sehnsüchtig dachte sie an die Freundin, die sich die Gelegenheit sicher nicht entgehen lassen würde und locker mit dem Prinz geplaudert hätte.
?Ich bin zu keinem Schluss gekommen?, ergänzte er sanft. ?Aber wie es scheint, könnt Ihr auch nicht schlafen??
?Ich halte Wache?, erwiderte Enelya und spürte plötzlich, dass Legolas genau wusste, warum sie sich freiwillig gemeldet hatte.

Der Prinz nickte und lächelte. ?Vermisst Ihr Euren Zwilling Nienna??
?Ich... denke schon, ja.? Verwirrt sah Enelya ihn an.
?Im Gegensatz dazu muss ich zugeben, dass ich es sehr schön finde, mit Euch alleine zu sprechen?, sagte Legolas sanft und Enelyas Magen machte einen Hüpfer. Sie war der festen Überzeugung, sie hatte sich verhört. Vielleicht war sie aus dem Hinterhalt endlich von der Erdspinne erwischt worden, die sie schon seit jenem Tag erahnte, als sie sich mit Nienna in den Hallen der Quellen versteckt hatte. Wenn es so war, waren die Halluzinationen wirklich sehr angenehm und der Tod konnte nicht so schlimm sein.
Sie konnte seine Augen nicht erkennen, bis sich eine Wolke hoch über dem Düsterwald vom Mond zurückzog und das Licht der Sterne durch die Bäume fiel. Es spiegelte in den blauen Augen des Prinzen, als wäre es dort eingefangen worden.
?Ich genieße es auch?, antwortete sie wie verzaubert, glaubte selbst nicht, dass sie hier stand und ein vertrauliches Gespräch mit dem Elben führte, dem schon seit Jahrhunderten ihr Herz gehörte. Es war wie in einem Traum. Niemals konnte dies real sein.

?Das freut mich, Enelya?, flüsterte der Prinz. ?Ich fürchtete schon, Ihr würdet mir ausweichen.?
?Das könnte ich gar nicht?, rutschte es ihr heraus und erschrocken starrte sie ihn an.
Der Prinz lachte leise und erleichtert. ?Dann bin ich beruhigt.? Er strich sich eine Strähne aus dem Gesicht, ließ die Hand sinken und wieder berührte er ihre Hand wie durch Zufall. Enelya entfuhr ein leises Seufzen. Im selben Moment wünschte sie sich die Erdspinne herbei. Eine Ablenkung wäre nun genau das Richtige.

?Enelya... werdet Ihr mit mir einen Ausritt machen, wenn wir zurück sind? Bitte sagt ja!? Legolas war immerhin höflich genug, einfach charmant über ihre Verzückung hinweg zu gehen.
?Meinem Prinzen werde ich doch nichts abschlagen?, antwortete sie atemlos nach einem kurzen Zögern.
?Versteht mich nicht falsch?, fuhr Legolas fort und ihr Herz machte einen erschrockenen Hüpfer. Wenn er jetzt sagte, dass sie alles falsch verstanden hatte, würde sie auf der Stelle tot umfallen. Mit aller Macht wünschte sie sich, dass es der Wahrheit entsprach, was ihr nun wie ein schöner Traum vorkam. ?Ich möchte, dass Ihr mit mir Zeit verbringt, weil Ihr mich mögt und nicht, weil ich es als Prinz Eures Reiches wünsche.?
Sie begann zu zittern. Dabei war es nicht die Kälte, die dies bewirkte. Mit einem Beben in der Stimme hauchte sie: ?Ich mag Euch.?
Selbst in dem geringen Licht, das sie umgab, sah sie sein strahlendes Lächeln. ?Das erfreut mein Herz sehr.?
Sie wandten sich wieder zum Wald und blickten gemeinsam in eine Richtung, schweigsam nun. Enelya mühte sich, ihren beschleunigten Herzschlag und den hastigen Atem wieder unter Kontrolle zu kriegen.
Nach einer Weile meinte Legolas: ?Ich glaube, ich werde versuchen, nun doch noch etwas Schlaf zu finden. Es war mir ein Vergnügen, Enelya!?
?Mir auch, Hoheit!? entgegnete sie schwach. Er verbeugte sich leicht, sie schaffte es, ein wenig in die Knie zu gehen, dann schritt er zurück zum Lager. Verzaubert und ungläubig sah sie ihm hinterher. Ein glückliches, kleines Lächeln begann sich auf ihrem Gesicht abzuzeichnen.
Dann drehte sie sich wieder zum Wald um und starrte hinaus in die Dunkelheit. Das Gefühl der Euphorie erfüllte ihre Brust und ließ ihr den Rest der Wache wie im Flug vergehen.

~*~*~*

Bei ihrer Rückkehr in den Palast wurden sie fürstlich empfangen. Der gesamte Hofstaat befand sich auf der Treppe und erwartete sie, Thranduil allen voran. Majestätisch und eindrucksvoll stand er dort wie ein Standbild. Einzig sein blondes Haar wurde von Zeit zu Zeit von einem kecken Windhauch verweht, der es zum Spielen verführte.
Enelya stieg von Alagos und blieb zögernd neben ihm stehen. Einem der Stallburschen, die herbeieilten, um den Kriegern ihre Tiere abzunehmen, brauchte sie ihr störrisches Pferd nicht zu geben. Ihr Hengst wäre keinem von ihnen gefolgt, denn der einzige Elb unter ihnen, den das Pferd mochte, war nicht dabei. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als ihn selbst während der Begrüßungszeremonie festzuhalten.

Der König empfing seinen Sohn, dann den Hauptmann und grüßte die Tawarwaith, die sie begleitet hatten. Enelya tat ebenso wie alle der anderen Krieger eine Verbeugung. Dann schob sich eine kleine Gestalt hinter dem König hervor und schlich sich zu ihr.
Nienna hüpfte auf und ab und fiel ihr kurzerhand um den Hals. Lachend erwiderte Enelya die Umarmung. ?Wie schön, dass du wieder da bist, ich hab dich vermisst!? sprudelte es aus der dunkelhaarigen Elbin hervor. Mit dem ununterbrochenen Hopsen fuhr sie fort, bis Alagos sie ärgerlich anschnaubte.

?Ich hab dich auch sehr vermisst!? erwiderte Enelya glücklich strahlend.
?Offensichtlich so sehr, dass Ihr nicht einmal eine einfache Begrüßungszeremonie abwarten könnt, um Euch so ungebührlich zu benehmen?? sagte eine brummige Stimme missbilligend, die einem Zwergen zur Ehre gereicht hätte.

Nienna drehte sich lächelnd zu dem Hauptmann um. ?Euch habe ich doch auch vermisst, Meister Eldaron!?
Was Nienna nun wieder dazu gebracht hatte, den Elben zu provozieren, wusste Enelya nicht. Vermutlich hatte ihr die Wiedersehensfreude für einen Moment die Sinne geraubt. Andererseits war Nienna so etwas jederzeit zuzutrauen.
Eldaron schnaubte wie Alagos nur kurz zuvor und wandte ihnen kopfschüttelnd den Rücken zu.

Kichernd zog Nienna Enelya zum Stall. ?Meine Güte, was bei allen Valar ist denn mit ihm passiert? Was hat ihm so die Laune getrübt, ich war doch gar nicht mit??
?Vielleicht ist es das Wissen, dass er seinen Schützling Legolas nun wieder deiner Anwesenheit aussetzen muss?, grinste Enelya und führte Alagos in seine Box. Noch immer erfüllte sie die gleiche Freude, die sie seit dem Gespräch mit dem Prinzen in ihrem Herzen trug.

Erstaunt sah Nienna sie an. Seit ihrem Zusammenbruch in Niennas Studierzimmer hatte sie nicht mehr über Legolas gesprochen und war selten fröhlich gewesen. Dass sie es nun so locker und entspannt tat, verwirrte ihre Freundin, doch schnell hatte sie den erstaunten Ausdruck überwunden und schmunzelte vergnügt.
?So weit ich weiß haben sich Elrond und seine Söhne samt Lord Glorfindel angekündigt?, schwatzte Nienna munter drauflos, setzte sich auf den Rand der Box und beobachtete Enelya dabei, wie sie Alagos versorgte.
?Wirklich??

?Ja?, lachte Nienna. ?Ich freue mich schon auf die Zwillinge. Sie haben doch immer eine erheiternde Art. Und außerdem war Nuinelle außer sich, als sie hörte, dass sie kommen würden.?
Enelya warf einen kurzen Blick zu ihr und sah, wie Nienna vielsagend eine Augenbraue hob. ?Welcher von beiden?? fragte sie.
?Elladan?, grinste Nienna. ?Es ist zu süß, ihr zu lauschen, wenn sie von ihm schwärmt!?
Wieder schlich sich ein Lächeln auf Enelyas Gesicht. Ihre Freundin, die sie so sehr vermisst hatte, erzählte weiter, was sie beschäftigt hatte in der Zeit, als sie weg gewesen war, lachte von Zeit zu Zeit glockenhell auf und Legolas mochte sie, ja, sie würde sogar bald einen Ausritt mit ihm unternehmen. Das Leben war schön.

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BeitragVerfasst: 17. Okt 2008 22:27 
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Liebe Lil :knuff: ,
habe gerade deine Geschichten von Lady Enelya und Nienna entdeckt und in Windeseile durchgelesen. :respekt:
Ich finde sie sehr, sehr schön und hab bei den ersten Kaps immer wieder herzhaft lachen müssen, wobei mein Lieblingskap das ist wo Nienna Eldaron anschießt.
Das hast du so herrlich beschrieben. :typo_043:
Zum Schluß fing es ja dann schon an richtig traurig zu werden und Enelya hat mir sehr leid getan mit ihrer unerwiederten Liebe zu ihrem Prinzen. *schnüff*
Aber, es sieht ja so aus, als hättest du ein Einsehen mit ihr und Legolas scheint ja auch Gefallen an ihr zu entwickeln ( wobei er ihr ja nie so wirklich abgeneigt war, nur Enelya hat das nicht bemerkt, gelle? Ja, Liebe macht bekanntlich blind. ) und so bin ich jetzt gespannt wie es zwischen den beiden weitergeht.
Alles Liebe
Sev


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